jakob arjouni – kismet

diogenes verlag 2001

im vierten und bisher neusten abenteuer des deutsch-türkischen privatdetektivs kemal kayankaya fängt alles ganz harmlos mit einem freundschaftsdienst an, entwickelt sich aber schnell in ein brutales desaster, einen gnadenlosen bandenkrieg im herzen frankfurts. stumme, seltsam geschminkte schutzgelderpresser mit blonden perücken und rücksichtslosem vorgehen bringen die machtverhältnisse im bahnhofsviertel durcheinander und verbreiten angst und schrecken im milieu. kayankaya ermittelt, und schon bald tummeln sich kriegsgewinnler, organisiertes verbrechen und eine rätselhafte, faszinierende frau auf den strassen der grossstadt.

arjounis detektivromane stechen aus der deutschen krimilandschaft hervor. seine schrägen figuren, seine schnoddrigkeit und die beschriebenen brutalitäten lassen sich niemals zum selbstzweck degradieren, und seine präzision und sprachgewandheit fesseln. immer werden themen angesprochen, die an aktualität und brisanz nichts vermissen lassen, wie in diesem fall der krieg in jugoslawien, der wahnsinn des nationalismus und immer wieder sie situation der flüchtlinge in deutschland. dies macht die lektüre oft auch unbequem und regt zum nachdenken an, denn arjouni weiss, worüber er schreibt und wo sich die wunden punkte in selbstzufriedenen denkschemata befinden.

trotzdem ist dieses buch vor allem spannend, unterhaltsam und macht verdammt spass zu lesen!

www.diogenes.ch

Hinterlasse einen Kommentar