distance – traffic/cyclops

planet mu 2006

schön zu sehen: dubstep wird wieder härter und schneller. distance hat zwar noch nie ein herz für die schwächlinge unter den musikliebhabern gezeigt, trotzdem ist diese single mit abstand das mörderischste und rockendste, das er jemals veröffentlicht hat. und da in den letzten monaten der trend immer mehr richtung verlangsamung, dekonstruktion und minimalisierung der grundlegenden 2-step-rhythmen ging, tut es richtig gut zu hören, dass auch subtile aggressivität und härte noch freunde und käufer findet. «traffic» ist leicht verlangsamter, entschlackter elektronischer heavy metal und illustriert gut nachvollziehbar die haupteinflüsse und inspirationen von distance, die im nu-metal und hardcore-bereich liegen. die drums sind samples von rock-kits und der bass wird so intensiv durch die mangel gedreht, dass er sich wie ein korn- oder sepultura-riff auf ketamin anhört. obendrauf noch einen fast schon klassischen rave-synth gepackt, und schon ist die menge am moshen – garantiert!

«cyclops» nimmt das thema auf, wirkt aber durch den pointierten bass und die fragilen, oft an photek errinnernden beats viel zurückhaltender und beherrschter. hall und echo werden meisterlich eingesetzt und beim genauen hinhören können mindestens vier verschiedene bass-sounds unterschieden werden, die sich die arbeit teilen. überhaupt wurde hier viel liebe in details gesteckt, die sich erst bei wiederholtem hören erschliessen.

a. traffic
b. cyclops

distance
planet mu

erschienen am 05.06.2006 im kommerz.ch onlinemagazin

 

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