boka 2006
es tut gut, dubstep in bewegung zu sehen. junge wilde stossen reihenweise nach, und obwohl sich unterdessen schon ein minimaler konsens herausgebildet hat, wie dubstep zu klingen hat, werden diese noch weiten grenzen fast wöchentlich verändert, erweitert und aufgelöst. emalkays debut erfüllt diese aufgabe aus dem handgelenk. schon beim ersten ton von «gut feeling» wird klar, dass dieser junge mit grime wohl eher was anfangen kann als mit dub, dass ihm brachialität und bewegung mehr wert sind als ausgefeilte arrangements und schöngeistige beatmanipulationen. das manifestiert sich in einfach gehaltenen, aber druckvollen grimey beats, einem teuflisch bösen einton-wobblebass und billigsten, aber effektvoll aufgeblasenen synths, die eine einfache dreitonmelodie verlässlich in die hirnrinde brennen. auf der flipside bleiben sich die hauptelemente und die stimmung im grunde gleich. allerdings bekommt man hier das gefühl, dass mehr zeit investiert wurde – ein zurückhaltendes intro, aufwendig manipulierte und gefilterte bassmelodien und abwechslungsreichere drums lassen die brachialität ein wenig – aber nie zu stark – in den hintergrund treten. eine rohe und sehr ungeduldige platte, die ihre stärken wohl nur auf dem dancefloor ausspielen kann.
a. gut feeling
b. frequency
erschienen am 05.06.2006 im kommerz.ch onlinemagazin