alec empire – hypermodern jazz 2000.5

 geist records 2000

der alec war ja für mich lange zeit der king of beats, und dieses album zeigt ihn während seiner absoluten hochphase. im gleichen jahr wie das grossartige ‚generation star wars‘ auf geist erschienen, werden hier die eher sphärischen und zerfahrenen seiten des berliners hörbar, der sich mit dieser platte tief in den jazz verbissen hat. dieser wird hier als ein längst klischiertes genre aufgegriffen, dekonstruiert und verzerrt, um danach frisch und absolut eigenständig in die freiheit entlassen zu werden. ideen gibts zuhauf, beats natürlich auch, strange sprachsamples – und improvisation scheint hier eine deutlich wichtigere rolle gespielt zu haben als auf allen seinen anderen werken. dadurch, aber auch durch die minimale ‚instrumentierung‘ der stücke, bekommt man beim ersten durchhören schnell den eindruck einer gegenstands- oder schwerelosigkeit – ein zustand, der jedoch nicht lange anhält, merkt man doch schnell, dass gerade durch die improvisierten variationen eines einfachen themas eine ungewöhnliche tiefe und intensität erreicht werden kann.

obwohl man sich einige der tracks sehr wohl auch auf ‚generation star wars‘ vorstellen könnte, bringt dieses werk eine ganz andere und eigene, fast schon lähmende stimmung rüber. die rhythmen wirken trotz ihrer komplexität und variantenreichtums schwer hypnotisierend und die präzis eingesetzten, aber wunderbar nachlässig anmutenden orgelriffs sind die akkustischen gegenstücke einer gut besuchten opiumhöhle. so wird das hören dieses albums vor allem für den ‚klassischen‘ dhr-fan zu einem erlebnis ganz anderer art.

01. walk the apocalypse
02. god told me how to kiss
03. get some
04. i’m gonna die if i fall asleep again
05. the unknown stepdancer
06. chilling trough the lives
07. many bars and no money
08. my funk is useless
09. slowly falling in love
10. dreaming is a form of astrotravel

geist records

 

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