enik – without a bark

wonder records 2004

enik kennt man vielleicht schon als die neue stimme vom funkstörung-album, wo er einen grossteil der gesangsparts übernahm und mit seiner sehr eigenen stimme deren anhängerschaft zutiefst spaltete. nun liegt sein erstes mini-album vor, und auch hier sind geschmäcklerische grabenkriege schon abzusehen.

enik’s organ ist absolut einzigartig, sein gesang lebt von übertreibungen – sowohl emotional als auch tonal – und einem hohen, aber dennoch rauhen timbre. er windet und schlängelt sich um die musik wie der efeu um einen windschiefen baum, stützend und getragen zugleich – eine perfekte, aber labile symbiose, immer auf der schmalen kante zwischen lächerlichkeit und wahnsinn. schnell schiessen vergleiche mit super collider oder tom waits durch den kopf und sind auch nicht von der hand zu weisen, trotzdem werden sie dieser platte nicht gerecht. dafür ist die musik zu eigenwillig, zu eigenständig. die songs verweigern sich erfolgreich dem strophe/refrain-schema, sie mäandern vielmehr durch verschiedenste stimmungslagen und energielevels, drehen unvermittelt auf und reissen sich plötzlich wieder zusammen. das ist oft so überraschend wie es passend ist und wirkt doch nie aufgesetzt – ich mache jede wette, frank zappa hätte freude an diesem jungen! dazu kommt eine soundvielfalt, die ihresgleichen sucht: akkustische instrumente wie cellos, pianos und bongos werden gern und oft eingesetzt, aber auch hypereditierte funckarma-breaks, digitale restgeräusche und field-recordings findet man an jeder ecke. das ist auch einer der gründe, dass man sich dieses werk immer und immer wieder anhören kann und dabei dauern neue kleine, glitzernde juwelen entdeckt.

ich muss gestehen, ich war selten so gespannt, wie sich ein künstler von seiner ersten platte an wohl weiterentwickeln wird. ich lasse mich gern überraschen!

01. micro ocean
02. how to destroy
03. chaos the drug
04. tired heads
05. taxi
06. diamond city

enik
wonder records

 

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