china [part 2]

05.06. – 07.06.
ankunft in shanghai (google maps) gegen mittag, nach knapp 13 stunden fahrt. die stadt ist trotz ihrer naehe zum meer in smog gehuellt und praesentiert sich uns schon von anfang an von ihrer schwierigen seite: schmutzig, eng, von chaotischen baustellen ueberzogen und mit dauernd verstopften strassen. dieser eindruck will waehrend unseres gesamten aufenthalts nicht ganz weichen, und ehrlich gesagt wundere ich mich, wie sich ihr weltruf, eine der wichtigsten trendstaedte der welt zu sein, in den letzten paar jahren so etablieren konnte. klar, wenn man reich ist und sich sehr gut auskennt, bietet diese stadt bestimmt so ziemlich jedes vergnuegen, das man sich vorstellen kann, und die geplante stadtentwicklung fuer die naechsten 12 jahre laesst wohl jedem europaeischen staedteplaner den kiefer runterklappen. nightlifetechnisch und kulturell ist jedoch – abgesehen von ein paar guten museen (das museum for contemporary art sei hier speziell erwaehnt) und einem riesigen angebot fuer kaeuflichen sex – mehr oder weniger tote hose angesagt und die preise sind sogar im vergleich zu peking sehr hoch.

kunst im moca

kunst im moca

was sich jedoch sehr lohnt, ist eine flussrundfahrt bei einbrechender dunkelheit: die atemberaubende skyline praesentiert sich funkelnd und glitzernd von ihrer besten seite.

shanghai by night

shanghai by night

am abend des 07. steigen wir, von sintflutartigen regenfaellen begleitet, in den naechsten nachtzug, der uns nach luoyang (google maps) bringen wird. leider kann uns alicia nicht weiterbegleiten und muss die tour abbrechen, da sie sich am fuss einen boesartigen pilz eingefangen hat und ihn (den fuss) die naechsten paar tage oder wochen trockenhalten sollte, was beim feuchtheissen sommerwetter in china praktisch unmoeglich ist. sehr schade… nun sind wir noch neun personen, davon nur eine frau.

im nachtzug

im nachtzug

immer noch im nachtzug

immer noch im nachtzug

08.06. – 09.06.
ankunft in luoyang (google maps) am fruehen morgen, von da gehts weiter mit dem bus nach shaolin (google maps) – ja, das beruehmt-beruechtigte shaolin, geburtsort des zen-buddhismus und kung fu und standort des tempels der 36 kammern! fuer mich als kung fu-filmfan natuerlich eine kultstaette… die ortschaft liegt sehr idyllisch eingebettet zwischen niedrigen bergen und ist heimat unzaehliger kung fu-schulen, die groesste (die wir dank der exzellenten beziehungen unseres guides auch besuchen koennen) mit ueber 5’000 schuelern – zusammen gibts in shaolin ueber 20’000 schueler. am morgen wird in kleinen und groesseren gruppen trainiert, am nachmittag werden die ueblichen schulfaecher unterrichtet. die disziplin ist hart (ich werde zeuge einer heftigen pruegelstrafe), trotzdem bleiben kinder natuerlich kinder und sind sind auch unter diesen bedingungen manchmal schwer unter kontrolle zu halten.

shaolin-kloster

shaolin-kloster

tischtennis gegen die langnasen

tischtennis gegen die langnasen

training solo

training solo

training tutti

training tutti

09.06. – 10.06.
auf der rueckfahrt nach luoyang statten wir den longmen-hoehlen einen besuch ab. tausende und abertausende von buddhas in grotten und nischen verschiedenster groessen und formen wurden ueber die jahrhunderte in die felsigen waende beidseits eines flusstales gehauen. von vielen wird dieser platz als der ursprungsort des buddhismus (im sinne einer ‚religion‘) angesehen.

einige der höhlen

einige der höhlen

luoyang (google maps) ist in chinesischen verhaeltnissen eine kleine stadt mit lediglich ca. 7 millionen einwohnern (stadtdistrikt) und touristisch fast gar nicht erschlossen, was man unter anderem am aufsehen bemerkt, das wir auf der strasse und im supermarkt erwecken. leute drehen sich nach uns um, lachen uns an… natuerlich spricht niemand english, trotzdem versteht man sich meist irgendwie und hat einen riesigen spass miteinander. gerne waere ich ein dort ein wenig laenger geblieben als nur diesen knappen tag, aber am morgen des 10. besteigen wir fuer einmal einen tageszug und fahren in fuenf stunden nach xi’an.

kalligrafieladen in luoyang

kalligrafieladen in luoyang

10.06. – 12.06.
xi’an (google maps) war lange zeit kaiserstadt und ist eine der wenigen chinesischen staedte, die noch ueber eine intakte stadtmauer verfuegen – diese ist ueber 500 jahre alt. fuer einen grossteil der besucher ist xi’an nur die basis fuer einen besuch der beruehmten terrakotta-armee und somit (zum glueck) touristisch eher unterentwickelt. natuerlich besuchen auch wir die armee (ziemlich cool), verbringen jedoch auch viel zeit mit streifzuegen und velofahrten durch die stadt und auf der stadtmauer, besichtigen eine der drei moscheen in der innenstadt (ein relativ grosser teil der bevoelkerung gehoert der muslimischen hui-minoritaet an), essen die besten nudeln, die ich je geniessen durfte (in xi’an kombiniert man sie mit kleinen bissen von einer oder mehreren knoblauchzehen) und testen diverse bars und clubs (wo wir meist auf diverse biere und drinks eingeladen wurden – keine ahnung wieso). alles in allem sicher die sympathischste und gemuetlichste stadt meiner china-rundreise. ah ja, auch das leckerste fruehstueck meiner ganzen reise habe ich dort auch genossen: auf dem feuer gebackenes fladenbrot, darin eine duenne schicht honig – eines fuer umgerechnet 6 rappen. mjamm!!!

terrakotta-jungs

terrakotta-soldaten

nudeln, kebab, knoblauch, tee

nudeln, kebab, knoblauch, tee

am mittag des 12. reisen wir dann mit einem inlandflug nach chongqing, wobei wir fast noch unseren guide verlieren. ewigkeiten verbringt er auf dem flughafenklo und verpasst dadurch beinahe den flieger – keine ahnung, was der dort getrieben hat.
in chongqing (google maps) werden wir erneut von starken regenfaellen begruesst und besteigen ein ziemlich grosses und luxurioeses boot, auf dem wir die naechsten drei tage den yangtse runtergondeln werden. das schiff legt jedoch erst am naechsten morgen ab, somit bleibt uns zeit, die stadt ein wenig zu erkunden. chongqing ist eine riesige wirtschaftsmetropole zentralchinas (der stadtdistrikt ist einwohnermaessig der groesste in china, groesser als peking), hat sozusagen keinen tourismus und bietet fuer chinesische verhaeltnisse ein ungewohntes bild: wegen den steilen strassen sieht man keine fahrraeder, sondern vor allem freiberuftliche traeger, die mit bambusstangen ueber den schultern schwere lasten durch die stadt schleppen.

chongqing vom oberdeck

chongqing vom oberdeck

stadtzentrum am frühen abend

stadtzentrum am frühen abend

chongqing by night

chongqing by night

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