china [part 3]

13.06. – 15.06.
drei tage auf einem boot, das mit deutschen, chinesischen, japanischen, franzoesischen und belgischen touristengruppen vollgestopft ist! ganz klar der massentouristische und kulinarische tiefpunkt meiner gesamten reise, da helfen auch die schoenen landschaften und atemberaubenden schluchten, die wir durchfahren, nicht viel. andererseits kommen wir endlich ein wenig zur ruhe, koennen ausschlafen, lesen und auf dem oberdeck sonnenbaden. einige ausfluege unterbrechen die gemuetlichkeit, sind jedoch nicht von besonderem belang: die geisterstadt in fengdu laesst mich groesstenteils kalt (ich habe unterdessen wohl einfach schon zu viele prunkvolle tempel mit geschwungenen daechern gesehen), der auf einem kleineren boot erkundete nebenarm des yangtse ist auch nur eine schlucht, einfach enger, und der kontroverse und von mir langerwartete dreischluchtendamm ist im nebel kaum erkennbar und betreten darf man ihn auch nicht.

die wahren hoehepunkte erscheinen jedoch nicht auf dem programm, das in deutscher, franzoesischer und japanischer sprache auf dem ganzen schiff aushaengt ist: sich mit einem japaner auf seine kosten betrinken (sehr lustiger herr. ich hoffe, seine leber, aber auch seine frau und tochter machen seine eskapaden noch ein wenig mit) und danach auf ein nebenan angelegtes schiff rueberklettern. karaoke mit dem schiffspersonal. auch das passieren der schiffsschleuse des dreischluchtendamms war in technischer und optischer hinsicht aeusserst beeindruckend.
am 15. kommen wir in yichang (google maps) an und setzen uns von den anderen gruppen ab. eine nacht verbringen wir in dieser industriestadt, die ausser einer bemerkenswerten luftverschmutzung nicht viel zu bieten hat.

baustelle im fluss

baustelle im fluss

eine der drei schluchten

eine der drei schluchten

in der schleuse

in der schleuse

16.06.
grosser bus- und zugfahrtag! erst mit dem bus fuenf stunden von yichang nach wuhan (google maps), wo wir bald darauf den schlaf- und nachtzug nach guilin besteigen.

im zug

im zug

17.06. – 19.06.
um 05:00 kommen wir in guilin (google maps) an (wieder mal stroemender regen) und nehmen den bus nach yangshuo (google maps), eine kleinstadt (echt, nur 400000 einwohner!) inmitten wunderschoener karstberge. dies ist unsere letzte station vor hong kong und ein ziemlich verschlafenes nest, welches eine woche zuvor noch unter den extremen fluten in dieser region zu leiden hatte. unterdessen ist davon fast nichts mehr zu sehen (nur noch zu riechen!) und wir verbringen unsere tage hier mit velotouren, bierfisch essen (eine lokale spezialitaet und sehr lecker), kochkursen, chinesischen massagen, erkundigungen des lokalen marktes (frisches gemuese, farbenfrohe gewuerze, lebendiges und totes gefluegel aller art, geschlachtete hunde und vieles mehr) und ausfuehrlichen barbesuchen. und wir sehen das erste mal seit peking wieder blauen himmel! nicht, dass das wetter auf unserer reise immer schlecht gewesen waere, aber die kombination aus hoher luftfeuchtigkeit und flaechendeckender umweltverschmutzung laesst den himmel im sommer in weiten teilen chinas immer leicht bewoelkt und meist durchgehend grauweiss aussehen – was, wie ich durch mehrere sonnenbraende feststellte, grausam taeuschen kann.
am abend des 19. nehmen wir den bus zurueck nach guilin und danach den nachtzug nach hong kong.

moon hill

moon hill

markthalle

markthalle

20.06.
ankunft in hong kong (google maps) nach diversen passkontrollen und zollformalitaeten. unser hotel liegt mitten in mong kok (kowloon), wo ich mich auch jetzt gerade befinde. nach den eher ruhigen und entspannten tagen in yangshuo und auf dem yangtse-boot wirkt diese umgebung wie ein schlag ins gesicht: hektisches treiben, groesstmoegliche bevoelkerungsdichte und gnadenlose modernitaet, kombiniert mit grossstadtmanieren und einer unglaublichen laermkulisse. unterdessen habe ich mich jedoch ein wenig daran gewoehnt und kann dieser stadt und sonderverwaltungszone immer mehr abgewinnen, da sie ja auch ganz andere dinge bietet: kleine inseln mit verlassenen straenden, grosse naturschutzgebiete, eine aktive filmszene, unzaehlige kinos, restaurants, bars und clubs, tempel, kirchen und moscheen, kuenstlerkommunen in alten lagerhausquartieren, vogel-, fisch und blumenmaerkte… dies ist fuer mich eindeutig die spannendste, aufregendste und internationalste station meiner langen reise, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich irgendwann wieder hierhin zurueckkehren werde.

hong kong vom victoria peak

hong kong vom victoria peak

 

Ein Gedanke zu „china [part 3]

  1. Avatar von röschel aka lau

    wuey!
    danke für de gruess (vo de nadia) und merci für dini interessante und eloquent gschriebne reisebricht! ;-) Hoff, mir gxehnd euis bald mal wieder in good old baden.
    gruss
    ps: picture, picture, picture!

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