bald gehts weiter nach peking

so, mein letzter beitrag aus ulan baator… morgen frueh besteige ich den zug nach peking, wo ich uebermorgen nachmittag eintreffen werde.

vorgestern bin ich nach dreieinhalb tagen im gorkhi tereldj-nationalpark (besser bekannt unter terelj-national park) in die hauptstadt zurueckgekehrt. dieser aufenthalt auf dem land war leider viel zu kurz… die landschaft ist absolut ueberwaeltigend, das wetter war – bis auf den letzten tag, an dem es geschneit hat –  erstaunlich mild, wenn auch am ersten tag sehr windig. am zweiten hatten wir jedoch 30 grad, herrlich! karge bergzuege, eine endlose weite und absolute ruhe lassen jeden besucher gleich mal fuer eine weile verstummen und sich ziemlich klein fuehlen. fuer mich ist klar, dass ich irgendwann wieder dahin zurueckkehren werde, und zwar ganz bestimmt fuer laenger als nur drei tage. auch von der wueste gobi werde ich nun nicht viel mehr mitbekommen, als ich morgen aus dem zugfenster sehen werde. wenn ich in peking nicht meine china-reisegruppe zu treffen haette, wuerde ich wohl meinen aufenthalt hier in der mongolei gleich um eine woche verlaengern. Weiterlesen

ulan baator

so, endlich wieder in der zivilisation, zumindest was oeffentlich zugaengliches internet angeht. die russen scheinen von internet-cafes oder auch nur wi-fi hotspots gar nichts zu halten, auf jeden fall habe ich auf meiner gesamten reise seit moskau genau zwei solcher hotspots (einen davon in einem edelhotel) und keinen einzigen oeffentlich zugaenglichen computer gefunden. gestern morgen frueh bin ich jedoch hier in ulan baator (mongolei, google map) angekommen, und die – zwar ziemlich provinziell und weltabgeschieden wirkende – stadt ueberrascht und erfreut mit einer infrastruktur, die eine sehr chinesisch oder japanisch anmutende begeisterung fuer moderne technologien erkennen laesst. internetcafes an jeder strassenecke, mobiles neuester japanischer bauart, gamesalons, photoprint points, karaoke bars usw. kurz gesagt: ich fuehl mich wohl und aufgehoben ;)

ein kurzer abriss meiner reise seit meinem letzten eintrag bis heute: Weiterlesen

mockba

gestern nach zwei tagen zugfahrt hier in moskau (google maps) angekommen und in diesem sehr empfehlenswerten hostel (hm hostel moskau) abgestiegen. sehr nette, junge leute hier und gute athmosphaere, gratis internet und alles was das herz begehrt. nachmittags habe ich mir schon ein wenig die stadt angeschaut – riesig! nur schon die bauten haben oft ganz ungewohnte dimensionen. und die schrift bringt mich noch zur verzweiflung!

am abend wurde dann der geburtstag der hostelmanagerin gefeiert – mit exzessivem vodkagenuss, sauren gurken und diversen haeppchen natuerlich. ich wurde spontan miteinbezogen, weil ich halt gerade da war… jetzt habe ich die quittung mit einem dicken kopf und sturmen magen. darum auch keine grossartigen aktivitaeten heute, was aber nicht so schlimm ist, weil sowieso die ganze stadt geschlossen hat – tag des sieges ueber nazideutschland! das ist hier der grosse staatliche feiertag, der natuerlich mit einer grossen militaerparade gefeiert werden muss (welche ich mir im fernsehen fuer einige minuten angetan habe – aeusserst langweilige angelegenheit). aber ich bin nicht der einzige mit hangover, der aufenthaltsraum hier sieht aus wie ein lazarett – alle liegen herum, schauen die russische version der uri geller show oder doesen vor sich hin…

morgen sind dann touristische aktivitaeten angesagt: roter platz, kremlmetrostationen… was sich halt so gehoert. 

 

kurze zwischenmeldung aus budapest

habe ein paar schoene tage in budapest (google maps) verbracht… viel ausgeschlafen, zeit mit der familie verbracht, gelesen und mich auf meine weitere reise vorbereitet. heute noch ein paar dinge eingekauft. uebermorgen gehts dann weiter mit dem zug ueber kiew (google maps) nach moskau (google maps), zwei tage lang. ich werde also morgen noch proviant und einige gastgeschenke fuer meine gastfamilien in irkutsk (google maps) und ulan baator (google maps) einkaufen muessen. easy.

leider hat das mit den fotos noch nicht so recht geklappt… naja, kommt schon gut. bis zum naechsten mal!

 

bald gehts los

morgen fliege ich nach budapest. von dort gehts nach einer woche weiter mit dem zug nach moskau, wo ich einige tage verbringen werde, um danach die transsibirische eisenbahn zu besteigen und mich auf den weg nach peking zu machen. unterbrochen wird die fahrt von aufenthalten in jekaterinburg, irkutsk und ulan baator, wo ich neun tage verbringen werde.

von peking aus werde ich über shangai, x’ian und diverse andere stationen nach hongkong reisen, wo ich auch wieder ein paar tage verbringen werde – bis ich ende juni mit dem flugzeug wieder in die hoffentlich sommerliche heimat zurückkehre.

ich werde versuchen, mich so oft wie möglich hier auf diesem blog zu melden, fotos hochzuladen und eindrücke zu schildern. keine ahnung, wie regelmässig dies der fall sein wird…

ich bin ausserordentlich gespannt, was ich in den nächsten zwei monaten an eindrücken und erlebnissen mitnehmen werde. zuallererst und vor allem anderen möchte ich in budapest jedoch einfach mal ausschlafen, zeit mit meiner familie verbringen und mich einstimmen auf die riesige strecke, die vor mir liegt.

 

youngsta & hatcha – dubstep allstars [vol 4]

tempa 2006

Schon knapp vier Monate nach dem dritten Teil liegt nun schon die vierte Folge dieser Mix-Compi Serie vor, die von der interessierten Öffentlichkeit unumstritten als das Sprachrohr der Platten- und Dubplatefixierten Dubstep-Community wahrgenommen wird. Und natürlich gibts auch hier wieder tonnenweise unveröffentlichtes Vinyl zu hören, diesmal sogar auf zwei CDs. Die eine gemixt von Youngsta, der schon für Volume 2 hinter den Plattentellern stand, die andere von Hatcha, der den selben Job bei der ersten Ausgabe übernahm. Das riecht ein bisschen nach Vetternwirtschaft und Stillstand, und der erste Vorwurf hat bestimmt auch seine Berechtigung. Trotzdem dokumentieren diese Mixes die aktuellen Entwicklungen des Dubstep-Sounds sehr angemessen.

Youngsta, bekannt und verehrt für sein tightes und fast schon visionäres Mixing, dokumentiert die immer stärkere Vorliebe vieler Produzenten zum kargen, minimalen Halfstep (halb so schnell wie ’normal‘, also ca. 70bpm) und die vollständige und radikale Abkehr von den ursprünglichen rhythmischen Grundlagen dieser Bewegung, nämlich der swingenden, tanzbaren 2-Step-Beats. Man kann dies im besten Fall hypnotisch und meditativ finden, im schlechtesten ist es einfach langweilig. Leider trifft hier meistens der zweite Fall zu. Der Mix groovt kaum, die Tracks ähneln sich alle viel zu sehr und eine Dramaturgie ist nicht auszumachen. Gelegentlich sticht ein Track heraus,  wie z.B. das grossartige ‚Descent‘ der Headhunters oder der D1 Remix von Skreams ‚Warning‘. Trotzdem bleibt das Ganze eine steife, ungemütliche Angelegenheit und die Befürchtungen mehren sich, dass Dubstep sich tief in den Einöden eines ernsthaften und untanzbaren Minimalismus‘ verloren hat.

Hatcha vermag diese Ängste mit dem zweiten Mix teilweise zu zerstreuen. Immer noch grösstenteils im Halfstep-Tempo gehalten, bringt seine Zusammenstellung Facetten und Ideen zum Vorschein, die sich als Ausweg aus der obengenannten Einöde anbieten: Vermehrter Einfluss karibischer Elemente, pointierte Einsätze gesampleter Breaks und Stimmen und eine rhythmische Freiheit und Experimentierfreude, die einem Genre zwischen Dub, Garage und Soundsystem wohl ansteht. Auffällig sind hier Bengas Beats: Abwechslungsreich, immer spannend, immer wieder überraschend bilden seine Tracks Eckpunkte in dieser Auswahl, die – das gilt für beide Mixes – mal wieder nur fünf oder sechs verschiedene, meist etablierte Produzenten berücksichtigt. Was sehr schade ist wenn man bemerkt, wieviele frische und hungrige Künstler im letzten Jahr vom Dubstep-Virus angesteckt wurden und Tracks produzierten, die sich vor den hier präsentierten sicher nicht verstecken müssen. So bleibt der Vorwurf der Vetternwirtschaft wohl im Raum hängen und wirft einen unschönen Schatten auf den Anspruch dieser Mix-Reihe, die neusten und aktuellsten Entwicklungen dieses Sounds zu präsentieren.

tempa

erschienen am 08.08.2006 im kommerz.ch onlinemagazin