laurence king publishing 2001
der new yorker designer, grafiker und künstler legt mit ‚facts of live‘ ein kleines, aber ganz feines buch vor. aufbauend auf der bildsprache der piktogramme, wie sie uns von der wc-türe bis bahnschalter begleiten, stellt er ganz allgemeine, sehr offen gestaltete situationen oder aussagen dar, deren interpretation und deutung jedem selbst überlassen ist. lionni versteht seine ‚facts‘ darum auch nicht als piktogramme, sondern viel eher als ‚ideogramme‘, also bilder, die gelernt und hinterfragt werden wollen. ganz klar herauszulesen sind allerdings seine zweifel und kritiken an den vereinfachungen und denkschemen unserer konsumgesellschaft, die er allerdings niemals plump anprangernd, sondern immer subtil und mit hinterhältigem humor darstellt. themen wie markengeilheit, vorurteile, medienabhängikeit und kommunikationsunfähigkeit werden angerissen – und wer denkt, dass eine minimalisierte, ikonografische bilddarstellung automatisch auch einfache, verbindliche und vor allem standardisierte aussagen zeitigt, der wird sich hier angenehm enttäuscht finden.
pippo lionni versucht mit diesem kleinen werk eine nichtlineare, unstrukturierte bildsprache zu entwickeln, allgemein lesbar. weder als optimistisch noch pessimistisch, sondern als kritisch und non-dekorativ will er seine bilder verstanden wissen.
‚if, as images, they are beautiful it is not intentional.‘