Peter Küng (1951)

Im Foyer der Turnhalle hat Peter Küng Intarsien in den Boden eingelegt, die sich formal äusserst fein und unauffällig, jedoch inhaltlich sehr bestimmt in die Architektur integrieren. Die drei verschiedenen Plattentypen, die sich orthogonal und diagonal in den besthenden architektonischen Raster einfügen, sind: Spiegel mit Wortfragmenten, Farbtafeln und Fotografien von Körperteilen. Die Worte und Wortteile sind dem kämpferischen und aggressiven Sportvokabular entnommen und besitzen eine anfeuernde, jedoch auch etwas beklemmende Wirkung. Freier ist die Interpretation bei den Fotografien von Körperteilen sich bewegender Sportler und bei den Farbtafeln; sie vermitteln den Eindruck kleiner Fragmente einer sich immer schneller bewegenden Umwelt. Sie alle zeigen besondere Erfahrungen: Peter Küng sucht nicht nach symbolistischen oder zeichenhaften Formulierungen; sondern er geht von der unmittelbaren Wahrnehmung des Sportlers aus (das Aufblitzen von Farben und Körperteilen und die Wirkung von direkt mit dem Sport und Kampf assoziierten Tätigkeiten: schlagen, verletzen, berühren) und formuliert daraus sein bildnerisches Konzept: kleine, feine Tafeln, die man beim Betreten und Durchqueren des Raumes mehr zufällig entdeckt. Heute wird das Foyer durch ein zusätzliches Wandbild (Jan Hubertus) dominiert, das die Feinheit der ursprünglichen Arbeit leider stark beeinträchtigt.

Peter Küng ist ein konzeptuell geschulter Maler. Seine Konzentration auf die Malerei als intellektuell durchdrungene optische Erscheinung erfährt öfters auch in künstlerischen Arbeiten Ergänzungen, die durch ihre Materialisierung und ihre Optik auf den ersten Blick eine andere Sprache sprechen, weil wie zum Beispiel in dieser Sporthalle ein besonderer Sinnzusammenhang danach ruft.

Peter Küng ist 1951 in Rheinfelden geboren, lebt jetzt in Wettingen. Er ist in Möhlin aufgewachsen, Lehrerseminar, 1974-1978 Kunstgewerbeschule Zürich, Abschluss mit dem Zeichenlehrerdiplom. Seither lebt er als freier Maler und arbeitet teilzeitlich als Zeichenlehrer am kantonalen Seminar Brugg. Er hat ein Atelier in der Ateliergemeinschaft Spinnerei Wettingen. Peter Küng hat nach Anfängen mit konzeptuell geprägter Kunst um 1985/86 zu einer intensiven Malerei gefunden. In seinen Gemälden sind stets Auseinandersetzungen mit malerischen Traditionen zu finden, und zwar inhaltlich wie handwerklich-technisch. Peter Küng war an wichtigen Ausstellungen von jungen Aargauer Künstlern vertreten (z. B. ‚Höhe x Breite x Farbe‘ 1989 im Kunsthaus Aarau), und e war Gast an der Aargauer Weihnachtsausstellung 1986. Seine Bilder waren an diversen (Einzel-) Ausstellungen zu sehen (z. B. im Trudelhaus Baden mit Hans Josephson). Die Wandmalerei in der Turnhalle Rütihof ist der erste Kunst-am-Bau-Auftrag für Peter Küng.

Werk: Bodenintarsien
Jahr: 1992
Technik: Glasplatten / Fotos
Masse: 11×11 / 5.5×22 cm
Standort: Wettingen, Sportzentrum Tägerhard, Neubau
Architektur: Othmar Gassner und Pietro Rossini, Baden
Wettbewerb: Gemeinderat Wettingen

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