simon berz – cut out

hula honeys 2015

fast ein jahr ist es her, dass die hula honeys zum letztenmal musik veröffentlicht haben. auch wenn in dieser zeit konzerte gerockt und parties geschmissen wurden und weder dem label noch den artists faulheit vorgeworfen werden kann, wurden die schönen platten und musikalischen sammlerstücke doch je länger, desto schmerzlicher vermisst.

nun, es ist zeit zu frohlocken für alle freunde des heimischen musikschaffens und limitierten polyvinylchlorids: simon berzcut out erscheint heute als doppel-7“ mit zwei tracks und 50 1-sekundenloops. der schlagzeuger hat sich in den letzten jahren mit vielen konzerten und perfomances einen festen namen im hiesigen experimental- und improvisationskuchen erspielt und mit der ingeniösen entwicklung seines rocking desks – ein mit hilfe von tonabnehmern, effekten und samplern modifiziertes schlagzeug – sein klangspektrum ins unendliche erweitert. dass dies  funktioniert und live faszinierend und spannend anzuhören ist, hat er in den letzten monaten an diversen auftritten alleine und als fell mit herrn toktek bewiesen.

nun erscheint der erste track ‚cut out‚ mit einem remix von toktek. der drängelnd fordernde bass, die unzähligen details und einsprengsel sowie die unglaubliche bandbreite an sounds und klangfarben demonstrieren sehr schön, was mit berz‘ set up alles mögliche ist: dubbige flächen, wunderschön kontrollierte feedbacks und eine dichte des klangs, die im vergleich zu einem analogen schlagzeug enorm an tiefe und dynamik gewinnt. der track verharrt lange gespannt in lauerstellung, zuckt nur leicht und sehr beherrscht, um in der mitte plötzlich mit einem fein ziselierten und wunderschön variierten midtempobeat loszulegen. natürlich klingt das ganze immer noch sehr perkussiv und rhythmusbetont, aber das möchte man auch ganz und gar nicht missen, im gegenteil!

toktek sortiert und strafft das material, stellt repetition und gliederung der struktur in den vorgrund der komposition. so wirkt der track schneller, vorwärtsdrängender und zeitweise überaus tanzbar. die detailverliebtheit ist immer noch da und mindestens so faszinierend wie im original, aber der track wirkt dichter, konstruierter und somit auch ein wenig konventioneller. was für diesen remix gar nicht so schlecht scheint, macht er doch so das relativ freie material des originals auch eher clubaffinen ohren zugänglich.

dazu gibts 50 1-sekundenloops, die das klangspektrum des rocking desk noch weiter ausbreiten und zur freien verwendung zur verfügung stehen. ausserdem ist jedes einzelne cover der auf 300 stück limitierten single ein unikat: berz betrommelte sie mit seinen in farbe getauchten sticks zur aufnahme seiner loops.

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