ricky force & mecca – dublin1/you’ll never know

pressin hard records 2012

man kann darüber streiten, ob es heute noch sinnvoll ist, ein neues jungle-label aus der taufe zu heben. klar ist jedoch: wenn man es macht, dann so! ricky force bewegt sich nun schon lange im jungle von dublin, hat zahllose tracks und mixes gratis und auf einschlägigen netlabels wie exegene veröffentlicht und erröffnet nun den reigen seiner releases in eigenregie mit einer bombe, wie sie sich viele jungleheads insgeheim schon lange wünschen. ‚dublin 1‘ lässt uns die amens nur so um die ohren fliegen und errinnert an den unverwechselbaren style, mit dem bukem in den neunzigern unnachgiebige härte und sanfte flächen zusammenführte. allerdings ist das ganze unterdessen so viel besser produziert, dass sich auch der grösste skeptiker fragen muss, ob das angehende old school-revival nicht vielleicht doch seine berechtigung hat.

dies gilt auch für den zweiten track, für den der labelboss mit dem jungen und vielversprechenden marcel moorcroft alias mecca zusammengearbeitet hat. die stimmung ist hier jedoch düsterer und die beats nicht ganz so vorwärts orientiert, dafür entsteht hier eine athmosphäre, die in ihrer dichte und bedrohlichkeit an die besten filmisch inszeniertes endzeitszenarien heranreicht.

diese 12″ ist limitiert auf hundert stück, also schnell zugreifen!

01. ricky force – dublin 1
02. ricky force & mecca – you’ll never know

pressin hard records
ricky force auf soundcloud
mecca auf soundcloud

demegy – landing/chnorz

korsett kollektiv 2012

schon ne weile her, diese platte. aber einerseits hat gute musik kein verfallsdatum, andererseits möchte ich bis zum erscheinungstermin der hon09/krst05 ein paar releases aufarbeiten, die mir in den vergangenen monaten wichtig geworden sind und so auch endlich wieder mal ein paar reviews älterer platten auf den blog stellen, bevor ich mich dann wieder vermehrt den aktuellen veröffentlichungen widme.

demegy begibt sich mit seinem zweiten release auf dem korsett kollektiv-label nach ‚if it’s you‚ in seine bislang düstersten musikalischen abgründe. unter einsatz fast schon ‚klassischer‘ dubstep- und ambient-elemente wird hier auf einem äusserst massiven bassfundament eine unglaublich dunkle und bedrohliche, industrielle athmosphäre generiert. gerade ‚landing‘ errinnert mit seiner hypnotischen langsamkeit und den spärlichen, aber punktgenau gesetzten beats an grosse momente von mick harris aka scorn.

‚chnorz‘ ist, vor allem für beherrscher des schweizerdeutschen idioms, einer der akkuratest betitelten tracks ever. aber auch anderssprachigen dürfte die lautmalerische qualität des tracktitels und sein bezug zur vielfach verwursteten, sich endlos windenden basslinie auffallen. sie ist schliesslich auch das tragende element dieses eindeutig tanzbareren und aggressiveren der beiden tracks und trägt die trocken abgehangenen beats über die zahlreichen, präzisen lücken und atempausen. möglichst laut hören, am besten in einem club!

01. landing
02. chnorz

demegy
demegy auf soundcloud
korsett kollektiv
korsett kollektiv auf bandcamp

demegy – if it’s you

korsett 2011

nachdem das korsett kollektiv mit der remix-cd für demegy & somteks ‚breakshake‘-track fulminant in die labelzukunft gestartet ist, steht nun schon die zweite veröffentlichung zum download bereit. demegy darf gleich nochmals ran und liefert mit ‚if it’s you‘ einen untypisch ruhigen und ambientlastigen electronica-track ab, in dem sich die anfangs ein wenig ungelenk wirkenden beats und zurückhaltenden flächen viel zeit und raum zur entfaltung lassen. erst gegen ende verdichten sie sich zu einer harmonisch pulsierenden klangwolke, die trotz einer massiven bass-infusion ihre verwandschaft zu grössen wie plaid oder boards of canada nicht verleugnen kann.

partikel verdichtet im remix das vorgegebene material zu einem fiebrig schillernden dubmonster, welches mit beunruhigender intensität an tiefe und geschwindigkeit zunimmt. ab und zu wird atem geholt, nur um sich danach noch verführerischer durch  das dickicht aus fieldrecordings und haufenweise effekten zu winden.

korsett zeigen mit diesem release, dass sie über eine menge mut, aber auch ein sicheres ohr für interessante sounds verfügen. man darf sich durchaus darauf freuen, wie sich dies bei den zukünftigen veröffentlichungen bemerkbar machen wird.

01. if it’s you
02. if its you (partikel remix)

demegy
korsett kollektiv

bit-tuner & feldermelder – dope crackers

heute, am 15.04., kommt die neue 7“ von den lieben leuten bei hula honeys offiziell auf den markt. limitiert auf 302 stück, handnummeriert und mit edlem siebdruck-cover bekommt man für nur 7€ ein kleines schmuckstück schweizer musikschaffens.
apropos musik: sie spielt bei aller exklusivität immer noch die hauptrolle. bit-tuner und feldermelder liefern hier nämlich je einen ihrer besten tracks seit langem ab. beide sind im vergleich zum letzten release eher düster, bassig schleichend und mit einem wunderschönen lo-fi-touch versehen. zeitweise erinnern sie von der stimmung her ein wenig an die späten depth charge-sachen – was ich eindeutig als kompliment verstanden wissen will!

schnell kaufen, solange es noch hat!

http://www.hulahoneys.net
http://hulahoneys.bandcamp.com

zur taufe gibts eine ausgedehnte tour durch heimische lande. gestartet wurde sie gestern abend im strichpunkt, luzern:

Do. 14.4.11 @ Strichpunkt, Luzern
Fr. 15.4.11 @ Queen Kong Club, Neuchâtel
Sa. 16.4.11 @ Le Bourg, Lausanne
Fr. 06.5.11 @ Palace, St. Gallen – Record Release Bit-Tuner: „Drome EP“
Do. 19.5.11 @ Rössli, Bern – w/ Alphatronic (Record Release)
Sa. 21.5.11 @ Stall6, Zürich – w/ P-Tess
Do. 26.5.11 @ Bad Bonn Kilbi (Bit-Tuner, Nik! & .Suffix)
Fr. 27.5.11 @ S-hof, Basel
Sa. 28.5.11 @ Bad Bonn Kilbi (Feldermelder w/ Fichtre, Record Release „Henriks Fishing Catapult“)

http://www.bit-tuner.net
http://www.trepok.com
http://www.myspace.com/bittuner
http://www.feldermelder.ch
http://www.spezialmaterial.ch
http://www.myspace.com/feldermelder
http://www.soundcloud.com/nik_panique
http://www.myspace.com/hulahoneys
http://www.suffix.tv
http://www.korsettkollektiv.com
http://www.videokultur.ch

clark – growl’s garden

warp 2009

völlig unerwartet überrascht uns clark mit einer neuen ep auf warp. sein grossartiges letztes album ‚turning dragons‘ noch immer gut im ohr und fest auf dem player, informiert man sich und stellt überrascht fest, das dieses nun doch schon ein jahr alt ist.

christopher clark hat die zeit genutzt und seinen mächtigen, bassig ausfasernden und trotzdem kompakten sound weiterentwickelt und perfektioniert. diese tracks sind prallvoll mit ideen, soundtechnisch gnadenlos präzis produziert und versprühen dabei eine druckvolle energie wie schon lange nichts mehr auf warp. gleich der titeltrack belegt dies eindrücklich: aus einem melancholisch knistrigen anfang mit clarks prozessierter stimme (premiere!) entwickelt sich durch einen alles aus dem weg räumenden subbass ein sich ständig wandelnder bassline-dancefloorknaller, der die liedstruktur jedoch nie ganz aus den augen verliert. auch die folgenden tracks sind reich an überraschungen und unerwarteten wendungen, selbstzitaten, klanglichen spielereien und rhytmischen experimenten. gonk roughage sticht dabei heraus, hier wird bei einem atemlos geloopten stimmsample (‚at times it can get a little rough‘) über einem harten, kompromisslosen 4/4-beat ein dampfend pulsierender hybrid aus booty bass, breakbeats, hardcore techno und electronica geboren. den abschluss macht ‚farewell mining town‘ mit der akkustischen ensprechung von tausend heissen, blendenden wüstensonnen.

diese ep entstand bei den arbeiten an seinem dritten album, das noch dieses jahr auf warp herauskommen soll – man kann sich also auf mehr freuen!

01. growl’garden
02. the magnet mine
03. seaweed
04. gonk roughage
05. distant father torch
06. farewell mining town

clark

 

staubsauger – sylit

7b records 2001

staubsauger ist martin wigger, der auch als solarium schon tolle musik auf spezialmaterial veröffentlicht hat. für die zweite platte des 7b-labels hat er vier dicke scheiben seines sauber gecutteten elektrofunks abgesäbelt und mit träumerisch süssen melodien garniert.

der titeltrack demonstriert das sehr schön mit einem fast schon filigranen einstieg und gekonntem liedaufbau (wobei auch die abwechslungsreich programmierten drums eine wichtige rolle übernehmen), der in einen tollen digitalen kopfnicker mündet, über dem die sanfte melodie schwebt wie eine schäfchenwolke am sommerhimmel. ‚get happy‘ kann mit den gleichen qualitäten aufwarten, kommt insgesamt jedoch einiges trockener und rockender rüber und punktet vor allem mit seinem schön modulierten synthbass, der direkt in die beine fährt.

und dann kommen die melodien… wunderschön, wie sie sich bei ‚telescope‘ übereinander türmen, sich abwechseln, gegenseitig platz machen und doch immer darauf eingehen, was das fundament aus beats und bass gerade so macht.
dieses fundament ist beim letzten track dann auch der hauptakteur. es wird schlicht und einfach gerockt, die drums gehen in schönster electromanier nach vorne und der bass hoppelt lebhaft mit. tanzgarantie sozusagen.

01. sylit
02. get happy
03. telescope
04. superdog

7b

 

puppetmastaz – pet sound

new noise 2002

hatten wir schon vor einiger zeit die gorillaz als erste ernstzunehmende comic-band, kommen nun die puppetmastaz. eine hiphop-formation, die sich aus einer wechselnden anzahl von tierpuppen zusammensetzt, welche alle nach den verschiedenen codes eingekleidet sind und wovon die meisten frösche darstellen. dahinter verbergen sich die rätselhaften prosetti bothers und für die musik und produktion zeigen sich, ein wenig bekannter durch diverse aktivitäten bei digital hardcore recordings, bomb 20 und patric catani verantwortlich.

das bedeutet vor allem eins: fette, harte und bouncende beats mit enormem druck, die jede crowd zum hüpfen bringen. der erste track, ‚pet sound‘ bringt sie in einem fast schon entspannten tempo und verlässt sich ganz auf einen triefenden synth-bass, der aus den boxen zu quellen scheint. die stimmen jedoch, die sich vom tonfall her an comicfilme anlehnen, sind im gesamtbild doch eher gewöhnungsbedürftig. dieses ungleichgewicht drängt sich bei ‚bounce‘ noch mehr in den vordergrund, da das tempo und der partyfaktor ordentlich anziehen, die lyrics aber nicht mithalten können und ziemlich konzeptlos gequasselt wird. auch der inhalt der texte darf übrigens getrost vernachlässigt werden.

‚re-evolute‘ wird wieder ein wenig gemütlicher und arbeitet mit einem witzigen piano-sample und geilen drumbreaks, bevor dann patric catani mit seinem remix nochmals so richtig gas gibt und sehr bassbetont abrockt.

schiebt man das ding dann in seinen pc, kann man sich noch diverse videos und die personalien aller puppendarsteller angucken. gar nicht schlecht für eine single.

01. pet sound
02. bounce
03. re-evolute
04. pet sound (patric catani remix)
05. bonus multimedia track (pc/mac)

puppetmastaz

 

max durante – scratch on pop

7b records 2004

eine neue 7b-maxi! diesmal von max durante, dem neuesten act auf diesem meinem leib- und magenlabel. der mann ist ja nicht gerade ein musikalisches leichtgewicht, hat mit überragenden figuren wie anthony rother und keith tucker zusammengespannt und als netzwerk europa auf psi49net veröffentlicht. hier bringt er einen gut abgehangenen, fast schon minimalen electrotrack mit der stimme von ketty boccias und einer kleinen, bleepigen melodie. zum glück ist da noch der druckvolle, pumpende bass, sonst wäre mir das ganze fast schon ein bisschen zu brav.

dies kann man dem ‚dirty house mix‘ allerdings nicht anhängen: die vocals werden akzentuiert eingesetzt, eine voluminöse bassdrum gibt den takt vor und der beat shuffelt in einer art und weise, die man je nach stimmung als gemütlich oder unglaublich tanzbar beschreiben kann. und dann kommt der bass, voll und metallisch, jedoch äusserst kontrolliert und perfekt platziert. für mich der beste track seit langem.

aber auch ‚come on baby…‘ ist absolut nicht zu verachten. das hypnotisierende fundament aus bass und beats wird immer wieder wieder variiert und aufgebrochen und die kaum verständliche flüsterstimme lässt die harmlose aufforderung doch ziemlich ungemütlich klingen. sicher ein kandidat für die späten stunden einer guten party.

01. accelerate
02. accelerate (dirty house mix)
03. come on baby…

7b

 

kode9 & the spaceape – fukkaz [vokal]

hyperdub 2006

ein reiner webrelease und ganz, ganz grosser track vom urmeister des concious dubstep. leicht schräg und disharmonisch anmutend führt eine melodie, die an fernöstliche seiteninstrumente errinnert, tief in die hypnotische, bassgeschwängerte anklage spaceapes gegen heuchler, feiglinge und eben ‚fukkaz‘. das ganze wirkt statisch, mehr wie ein zustand als ein ablauf. meditation? oder eher geballte wut, ins zen konzentriert? auf jeden fall eine sehr dunkle, deepe angelegenheit.

hyperdub

 

gold chains – gold chains

orthlorng musork 2001

aufgepasst, hier kommt gold chains, überpimp und selbsternanntes ’no.1 face in hip hop‘! seine selbstüberschätzung ist grandios und sein mundwerk noch grösser – aber seine beats burnen gnadenlos und rocken jede party in grund und boden, was er ja auch erst kürzlich live in der roten fabrik bewiesen hat.

der kleine rapper aus san francisco bewegt sich im dunstkreis der tigerbeat-posse, was man seiner musik auch anhört. die respektlosigkeit im umgang mit hip hop, die offensichtliche laptop-ästhetik der verwendeten sounds und die freude am experimentieren ist nicht zu überhören und erinnert an kollegen wie kid606 oder wobbly. trotzdem stellt sich hier nie der angestrengt-hinhör-effekt ein, im gegenteil: jeder track ist absolut partytauglich, und wer damit leben kann, dass der inhalt der lyrics absolut vernachlässigbar ist, der wird mit dieser scheibe eine gute zeit verbringen.

01. i come from san francisco
02. no.1 face in hip hop
03. back in the day
04. the wonderful girls of hypno
05. rock the parti
06. i come from san francisco – video

gold chains
orthlong musork