lalamusik does it again!

die freunde beim schweizer netlabel lalamusik.ch veröffentlichen ihren vierten release. und überraschen wieder alle mit einem album, welches sich von seinen vorgängern noch deutlicher absetzt als bisher. relaxte beats, entspannte athmosphäre, funky solos und ein wunderschöner flow halten die stücke zusammen, gespielt von einer echten band in fleisch und blut. jetzt schon ein absolutes highlight des jungen aprils, und das noch gratis!

[lala004] peppino giacomuzzo & the system seven – love in slowtempo
Band formed in Detroit/Napoli in the late 80`s …. with musicians from all over the world like: Detroit, Napoli, Chicago, N.Y.C. & Montego Bay and so on …. influenced from funk, r&b & soul …. founded by Peppino “Beppe” Giacomuzzo containing a wide range of feat. artists as well.
artists/band:
Guitar/Lead Guitar: Peppino “Beppe” Giacomuzzo (Napoli)
Keys/Synths: Jimmy “Lo Stecchino” D`Amoroso (Cosenza)
Drums: Fulvio “The Human Drummachine” Pediscopo`(Napoli)
Sampling + Software/Beat Programming: Joey Dalton (NYC)
Vocals/Background: Screaming Jack Flemming (Detroit)
Percussion: Johnny Sposito (Napoli)
Sax: Chuck “The Snake” Harris (Philadelphia/Napoli)
Bass: Doug “The Duck” Wilson (Montego Bay)
featuring artists:
Male Vocals: Songboy (Brooklyn)
Female Vocals: Bonni Buongusto (Chicago)
Other Lead Guitars: Sarlos Cantana (Mexico City)
Writer/Producer: Peppino “Beppe” Giacomuzzo (Napoli)
Co – Producer: Joey Dalton (NYC)

download hier
lalamusik.ch

ras g – brotha from anotha planet

brainfeeder 2009

ras g ist so richtig heiss grad jetzt. und so bringt er kein halbes jahr nach dem grossartigen ‚ghetto sci-fi‘ ein weiteres, noch bekiffteres album auf flying lotus‘ neuem label heraus, vollgestopft mit stolpernden beats, trippigen samples, psychedelischen synths und knisternden referenzen an hundert jahre afroamerikanische kultur-  und musikgeschichte. auf einzelne tracks einzugehen lohnt sich hier kaum, denn das ganze werk ist ein thc-geschwängerter trip nach weit draussen, wo sun ra, haile selassie und j dilla friedlich miteinander über trockene beats und staubig knisternden dub regieren. fast alle tracks laufen unter drei minuten, gehen ineinander über und funktionieren meist wahlweise als intros, outros, skits und abgeschlossene tracks mit latentem hörspielcharakter – oder gleich als alles miteinander. so wirds nie langweilig und die akkustischen assoziationen jagen sich im takt der rapide wechselnden stimmungen, einflüsse und zitate. leider geriet der spass zu kurz, und nach 35 minuten ist der ganze spuck vorbei.

01. dishwater
02. earthly matters
03. pennys confession
04. shinelight 
05. eunice in white
06. sun behind the clouds
07. astrohood
08. nothing but change
09. in coming
10. come down (2 earth)
11. desert fairy
12. return from the great unknown      
13. alkebulan 

ras g

 

agf/delay – symptoms

 bpitch control 2009

in den vier jahren seit ihrem letzten duett-album waren antye greye-fuchs und sasu ripatti nicht untätig. das paar hat zuerst mit craig armstrong als ‚the dolls‘ ein weiteres album herausgebracht, antye greye-fuchs blieb danach unter dem kürzel agf und mit diversen kollaborationen (unter anderem ein laub-album 2007) im gespräch und entwickelte ihre abstrakt-minimale, zwischen spoken word, pop und klangexperimenten oszillierende musikalische sprache konsequent weiter. ripatti veröffentlichte derweilen als luomo tollen house, schrieb songs für die scissor sisters und betreibt als vladislav delay tiefenforschung mit klängen aus dem hallgeschwängerten substrat des dub.

diese einführung wäre überflüssig, würde sich nicht dies alles in der neuen zusammenarbeit der beiden hörbar widerspiegeln. man lauscht fasziniert, wie sich die gereiften klangwelten aufeinander einlassen, sich gegenseitig befruchten und zu neuen universen verschmelzen. agfs stimme scheut sich nicht vor poppigen melodien und scheint wandlungsfähiger denn je. die beats sind energetisch, manchmals sogar clubtauglich, und das klangbild wirkt um welten dichter und ausgewogener als auf dem oft spartanisch und skizzenhaft wirkenden vorgänger.

achtet man auf die texte, fällt zudem schnell auf, wie direkt poetischer wortsinn und geschilderte stimmungen musikalisch aufgenommen und umgesetzt werden. so wirkt ‚most beautiful‘ nicht nur durch agfs stimme und text sehr erotisch, sondern auch durch die lasziv sich windende modulation des weich durch die boxen drückenden bass. und ’second life‘ spielt sowohl mit den lyrics als auch mit den tönen auf kollektive audiovisuelle game- und virtual reality-ästhetiken an. diese wandlungsfähigkeit führt glücklicherweise nicht zu einem klanglichen gemischtwarenkorb, im gegenteil: selten habe ich ein so abwechslungreich und innovativ klingendes und trotzdem in sich geschlossenes und eigenständiges album gehört. dies ist ein willkommener entwurf für eine popmusik des 21. jahrhunderts.

01. get lost
02. connection
03. downtown snow
04. outbreak
05. bulletproof
06. generic
07. congo hearts
08. most beautiful
09. symptoms
10. smileaway
11. second life
12. in cycles

agf/delay
bpitch control

 

clark – growl’s garden

warp 2009

völlig unerwartet überrascht uns clark mit einer neuen ep auf warp. sein grossartiges letztes album ‚turning dragons‘ noch immer gut im ohr und fest auf dem player, informiert man sich und stellt überrascht fest, das dieses nun doch schon ein jahr alt ist.

christopher clark hat die zeit genutzt und seinen mächtigen, bassig ausfasernden und trotzdem kompakten sound weiterentwickelt und perfektioniert. diese tracks sind prallvoll mit ideen, soundtechnisch gnadenlos präzis produziert und versprühen dabei eine druckvolle energie wie schon lange nichts mehr auf warp. gleich der titeltrack belegt dies eindrücklich: aus einem melancholisch knistrigen anfang mit clarks prozessierter stimme (premiere!) entwickelt sich durch einen alles aus dem weg räumenden subbass ein sich ständig wandelnder bassline-dancefloorknaller, der die liedstruktur jedoch nie ganz aus den augen verliert. auch die folgenden tracks sind reich an überraschungen und unerwarteten wendungen, selbstzitaten, klanglichen spielereien und rhytmischen experimenten. gonk roughage sticht dabei heraus, hier wird bei einem atemlos geloopten stimmsample (‚at times it can get a little rough‘) über einem harten, kompromisslosen 4/4-beat ein dampfend pulsierender hybrid aus booty bass, breakbeats, hardcore techno und electronica geboren. den abschluss macht ‚farewell mining town‘ mit der akkustischen ensprechung von tausend heissen, blendenden wüstensonnen.

diese ep entstand bei den arbeiten an seinem dritten album, das noch dieses jahr auf warp herauskommen soll – man kann sich also auf mehr freuen!

01. growl’garden
02. the magnet mine
03. seaweed
04. gonk roughage
05. distant father torch
06. farewell mining town

clark

 

scheme boy – the bass boson

spannered 2009

spannered hat endlich wieder ein paar aktuelle mixes hochgeladen! die von dub boy (dub, dancehall) und joxaren (hiphop und pop im weitesten sinne) sind schon mal sehr empfehlenswert, dj wrongspeeds ‚bad day for owling championships‘ ein cooler cut-up hirnfick. auch ardissons set balinesischer musik ist nicht jedermanns sache, erweitert aber sicher jeden horizont.

den wahren knaller liefert jedoch wieder mal scheme boy ab: ‚the bass boson‘ nennt er seine arschbewegende dampfwalze aus allen – man ahnt es – bassbetonten eletronischen styles, die ihm grad in die finger kommen. das augenmerk liegt auf diversesten breaks, dubstep, techno, booty bass und immer wieder techno, hart und knüppeldick, euphorisierend und mitreissend. scheme boy mixt mit ableton, legt verschiedene schichten aus beats und bässen übereinander, wie er sie gerade braucht, bindet sie mit gecutteten bleeps und stimmensamples zusammen und dressiert das so geschaffene monster, dass es fast eineinhalb stunden mit wechselnder geschwindigkeit, aber gnadenlos nach vorne drückt. ein paar kleine ruhepausen werden eingelegt und am schluss kommt peter gabriel – aber auch da ist die elegante wucht und energie dieses mix immer spürbar.

alle erwähnten mixes:
http://www.spannered.org/radio/

dub boy – rooted & grounded [vol 2]
http://www.spannered.org/radio/1575/

joxaren – dj mix
http://www.spannered.org/radio/1572/

dj wrongspeed – bad day for owling championships
http://www.spannered.org/radio/1573/

ardisson – balinese mix
http://www.spannered.org/radio/1568/

scheme boy – the bass boson
http://www.spannered.org/radio/1578/

tracklist:
vibesquad – members only
tom burbank – gnats
rustie – pendulum
tipper – off kilter
twerk – untitled
vibesquad – jowels
speedy j & chris liebing – modish ride
trentemoller – physical fraction
wagonchrist – cris chana
tipper – veil lifted
lfo – tied up
spor – electro funeral
noisia – yellow brick
oizo & errorsmith – erreurjean
justice – phantom part 1
mothboy – selfish plan
cursor miner – foxfux
errors – pump
vent – warez 3.5.1 (afghan headspin remix)
tim exile – inseminov
mathias schaffhauser – coincidance (trentemoller remix)
mouse on mars – spaceship
noisia – groundhog
chris clark – truncation horn
noisia – raar
squarepusher – snake pass
slaughter mob – dub weapon
vent – crystallite vip
trentemoller – polar shift
surgeon – bad hands (autechre remix)
tipper – open the jowels vip
reso – 2 faced rasta
noisia – seven stitches
cardopusher – green disorder
trg – horny (reso remix)
donna summer – rock rock rock (aaron spectre remix)
spor – mordez moi
duran duran duran – face blast
noisia, milanese & peter gabriel (chopped & glued by scheme boy) – gutter hammer

http://www.schemeboy.com/
http://www.myspace.com/schemeboy

gipsy syndicate – demo mix

2009

das noch junge gipsy syndicate – bestehend aus schnauz, violent asassin, vendetta und corrosive – präsentiert uns nach einzelnen auftritten und myspace-tracks seinen ersten, knapp halbstündigen demomix. die vier musiker und djs, die sich selbst schon zwischen verschiedensten genres hin- und herbewegen, tun sich hier zusammen, um ihre vorstellung einer stil- und grenzübergreifenden musik zu verwirklichen. die schwerpunkte liegen auf energetischem breakcore, fetten balkan-bläsersätzen, gnadenlosem hardcore techno, herzzerreissenden zigeunerfiedeln, hochkomplex gecuttetem jungle, nahöstlichen gesangslinien, schweren hiphop-beats und werden nach belieben erweitert.

die kunterbunte mischung entpuppt sich als ein wilder und leidenschaftlicher ritt durch eine sich dauern ändernde landschaft musikalischer einflüsse. die kontrolle geht dabei jedoch nie verloren: höhepunkte und erholungspausen sind klug gesetzt, die rhytmik wirkt nie ermüdend und die variationen in den bpm wirken, als folgen sie einer intuitiven dramaturgie. der energiefluss bleibt aber immer auf einem sehr hohen level und lässt erahnen, das diese musik am besten sehr laut und ekstatisch tanzend konsumiert wird.

www.myspace.com/gipsysyndicate

den mix gibts hier:
http://www1.evilshare.com/b889fc22-5d38-102c-a118-0007e90cfb90

 

Die Ablesbarkeit des Entwurfs

Die 1929 erbaute Siedlung im Kappelerhof fällt weder durch ihre Grösse noch durch ihr Aussehen oder ihr Konzept aus dem grossen Rahmen der damals erbauten Siedlungen. Faszinierend und überraschend ist jedoch ihre absolute Unbekanntheit.

Wenn mir zum Schreiben dieser Architekturkritik ausser dem gebauten Werk in seinem heutigen Zustand und einer kurzen Beschreibung im Badener Architekturführer keinerlei Informationen vorliegen, dann fühle ich mich auf eine befreiende Art hilflos. Es stehen mir keine Bücher über das Leben und Wirken des Erbauers zur Verfügung, aus denen man wohlklingende Zitate entnehmen könnte. Ich habe weder Zeitschriften und Artikel, in denen sich Experten mit der Siedlung auseinandergesetzt haben, noch existieren Pläne, Entwürfe oder Skizzen, auf denen man die Entwicklung einer Idee verfolgen könnte. Vielmehr bin ich auf die eigentlichen Grundlagen einer Kritik angewiesen: Das Beobachten, Erforschen und Analysieren des Objekt wird zur Hauptaufgabe. Die Person des Architekten sowie die Entwurfsprozesse werden nebensächlich. Über die Legitimität dieses Vorgehens bin ich mir jedoch selbst nicht ganz im Klaren. Sollte ich nicht besser Abstand nehmen von einem Werk, dem ich vielleicht nicht gerecht werden kann, weil mir grundlegende Angaben zu seiner Entstehung, den Bedürfnissen seiner Bewohner und der Entwurfsphilosophie, die dahinter steht, fehen? Ich glaube nicht.

Die Siedlung von Hans Loepfe steht direkt an der stark befahrenen Bruggerstrasse in Baden. Sie besteht aus zwei parallelen, zweigeschossigen Zeilenbauten mit Giebeldach, die je sechs seriell aneinandergereihte 3-Zimmer-Wohneinheiten zusammenfassen. Rechtwinklig angefügte Geräteräume schliessen die Siedlung gegen die Bruggerstrasse und die parallel dazu geführte Schellenackerstrasse ab. Sie bilden so einen grosszügigen Hof mit Splittbelag, von dem aus alle zwölf Wohnungen erschlossen werden.

Das Erste, was jedem an dieser ansonsten unspektakulären Siedlung auffällt, ist die streng aufrechterhaltene Symmetrie der beiden Hauszeilen, die sich an der Nord-Süd-Achse orientieren und so senkrecht zum Hang stehen. Man betritt den Hof von beiden Seiten auf der Symmetrieachse durch eine Lücke zwischen den Geräteräumen Auf der hangabgewandten Seite ist diese Lücke durch eine Verandaplatte gegen oben abgeschlossen und bildet so eine stark definierte Torsituation. So wird der von der Bruggerstrasse her kommende Fussgänger zuerst mit einer Rampe auf die Höhe des Innenhofes geführt, um dann durch dieses Tor auf den Platz im Zentrum der Siedlung geführt zu werden. Der gegenüberligende Durchgang zur Schellenackerstrasse ist ungedeckt und übernimmt durch diesen Umstand und durch seine Befahrbarkeit die Rolle des Haupteingangs.

Ein weiteres Merkmal, das der ganzen Siedlung einen hohen Wiedererkennungswert verleiht, ist die konsequent durchgehaltene Sockellinie. Sie macht das leicht höhergesetzte Erdgeschoss auch von der hangabgewandten Seite her klar ablesbar und deklariert das Kellergeschoss als eine Art Plattform, auf der die Gebäude dem Publikum präsentiert werden.

Im Osten und im Westen, also auf den Aussen- und Längsseiten der Siedlung, schliesst jeweils eine Gartenfläche an, die mit einfachen Gartenzäunen den Wohneinheiten entsprechend unterteilt ist. So entstehen zwei verschieden orientierte Wohnungstypen, die entweder am Morgen oder am Abend von der Sonne profitieren.

Durch diese Symmetrie und die klare und einfache Volumenaufteilung wird das Grundkonzept dieser Siedlung auf den ersten Blick ersichtlich. Die Ablesbarkeit des Entwurfs, die heute immer wieder energisch gefordert wird und dabei zu einem Schlagwort mit vielen Bedeutungen geworden ist, ist hier durch die Minimalisierung des Objekts schon erfüllt. Es herrscht kein Zweifel darüber, wo die Wohneinheiten aneinandergrenzen oder auf welchem Niveau die einzelnen Geschosse sich befinden. Auch ein Laie kann sich beim Betreten der Siedlung ein gutes Bild vom räumlichen und konstruktiven Aufbau einer einzelnen Wohneinheit und des Ensembles machen, ohne sich in das Innere eines Gebäudes begeben zu müssen. Dies ist das Ergebnis eines ausgereiften und – wohl auch aus finanziellen Gründen – sehr vereinfachten Aufbaus der Siedlung wie auch der Wohnungen.

Die Wohnungen werden, wie schon erwähnt, vom zentralen Innenhof her über eine kleine, dreistufige Treppe erschlossen, die durch einen minimalen Windfang gedeckt ist. Im Innern fallen als Erstes die Verkehrsflächen, sprich Treppe und Hausflur, auf, die ein Minimum an Raum einnehmen. Im Eingangsgeschoss befinden sich Küche, Wohnzimmer und ein Bad mit Wanne, Klosett und Waschbecken. Das Wohnzimmer ist gegen den Garten gerichtet und nimmt die ganze Breite einer Wohneinheit ein. Im oberen Geschoss befinden sich zwei Schlafräume und ein WC, wobei eines der Zimmer zum Garten und das Andere zum Innenhof gerichtet ist. In den vier Eckhäusern kann man durch das hofseiteige Zimmer, das in diesen Fällen auch ein zusätzliches Fenster besitzt, die Terasse, die durch die Geräteräume gebildet wird, betreten.

Die ganze Siedlung mutet trotz ihrem traditionellen Erscheinungsbild mit Giebeldach und Jalousieläden sehr aktuell an. In manchen Fällen sind jedoch Änderungen von den Bewohnern am Gesmtbild vorgenommen worden, so dass das heutige Bild wohl nicht mehr ganz dem ursprünglichen Ausdruck entspricht. So sind heute zum Beispiel kleine Anbauten auf der Gartenseite oder auch erneuerte Fenster ein Bestandteil dieser kleinen, lebendigen Siedlung.

Siedlung im Kappelerhof
Bruggerstrasse 111-113
Schellenackerstrasse 10-12

Architekt: Hans Loepfe, Baden
Baujahr: 1928-1929

 

Peter Küng (1951)

Im Foyer der Turnhalle hat Peter Küng Intarsien in den Boden eingelegt, die sich formal äusserst fein und unauffällig, jedoch inhaltlich sehr bestimmt in die Architektur integrieren. Die drei verschiedenen Plattentypen, die sich orthogonal und diagonal in den besthenden architektonischen Raster einfügen, sind: Spiegel mit Wortfragmenten, Farbtafeln und Fotografien von Körperteilen. Die Worte und Wortteile sind dem kämpferischen und aggressiven Sportvokabular entnommen und besitzen eine anfeuernde, jedoch auch etwas beklemmende Wirkung. Freier ist die Interpretation bei den Fotografien von Körperteilen sich bewegender Sportler und bei den Farbtafeln; sie vermitteln den Eindruck kleiner Fragmente einer sich immer schneller bewegenden Umwelt. Sie alle zeigen besondere Erfahrungen: Peter Küng sucht nicht nach symbolistischen oder zeichenhaften Formulierungen; sondern er geht von der unmittelbaren Wahrnehmung des Sportlers aus (das Aufblitzen von Farben und Körperteilen und die Wirkung von direkt mit dem Sport und Kampf assoziierten Tätigkeiten: schlagen, verletzen, berühren) und formuliert daraus sein bildnerisches Konzept: kleine, feine Tafeln, die man beim Betreten und Durchqueren des Raumes mehr zufällig entdeckt. Heute wird das Foyer durch ein zusätzliches Wandbild (Jan Hubertus) dominiert, das die Feinheit der ursprünglichen Arbeit leider stark beeinträchtigt.

Peter Küng ist ein konzeptuell geschulter Maler. Seine Konzentration auf die Malerei als intellektuell durchdrungene optische Erscheinung erfährt öfters auch in künstlerischen Arbeiten Ergänzungen, die durch ihre Materialisierung und ihre Optik auf den ersten Blick eine andere Sprache sprechen, weil wie zum Beispiel in dieser Sporthalle ein besonderer Sinnzusammenhang danach ruft.

Peter Küng ist 1951 in Rheinfelden geboren, lebt jetzt in Wettingen. Er ist in Möhlin aufgewachsen, Lehrerseminar, 1974-1978 Kunstgewerbeschule Zürich, Abschluss mit dem Zeichenlehrerdiplom. Seither lebt er als freier Maler und arbeitet teilzeitlich als Zeichenlehrer am kantonalen Seminar Brugg. Er hat ein Atelier in der Ateliergemeinschaft Spinnerei Wettingen. Peter Küng hat nach Anfängen mit konzeptuell geprägter Kunst um 1985/86 zu einer intensiven Malerei gefunden. In seinen Gemälden sind stets Auseinandersetzungen mit malerischen Traditionen zu finden, und zwar inhaltlich wie handwerklich-technisch. Peter Küng war an wichtigen Ausstellungen von jungen Aargauer Künstlern vertreten (z. B. ‚Höhe x Breite x Farbe‘ 1989 im Kunsthaus Aarau), und e war Gast an der Aargauer Weihnachtsausstellung 1986. Seine Bilder waren an diversen (Einzel-) Ausstellungen zu sehen (z. B. im Trudelhaus Baden mit Hans Josephson). Die Wandmalerei in der Turnhalle Rütihof ist der erste Kunst-am-Bau-Auftrag für Peter Küng.

Werk: Bodenintarsien
Jahr: 1992
Technik: Glasplatten / Fotos
Masse: 11×11 / 5.5×22 cm
Standort: Wettingen, Sportzentrum Tägerhard, Neubau
Architektur: Othmar Gassner und Pietro Rossini, Baden
Wettbewerb: Gemeinderat Wettingen

mediennachlese zum jungle street groove 2008

da diesen blog immer wieder suchanfragen für fotos vom jungle street groove erreichen, hier eine kleine nachlese:

artikel und fotos auf fudder.de
fotos auf dideldum.ch
fotos auf lautundspitz.ch
fotos auf festzeit.ch
fotos auf utopia.ch

für mich wars einer der schönsten und auch bestbesuchten jungle street grooves… witzige trucks und wägelchen, toll aufgelegte leute, angenehmes (wenn auch ein wenig kühles) wetter und last but not least viel tanzbare, laute und energetische musik. von jungle und altem british hardcore über drum’n’bass und hiphop bis hin zu techno und goa wurde alles gespielt, was eines beatheads herz höher schlagen lässt. speziell zu erwähnen ist der architects-wagen, bei dem für mich einfach alles stimmte: gutgelaunte begleiter und helfer, fantastische beats und top soundqualität.

gern wieder in zwei jahren!

 

johnny to – man jeuk (the sparrow)

hong kong 2008

ein eleganter, leichter und warmherziger film, wie wohl viele ihn aus hong kong zuletzt erwartet hätten. simon yam spielt den lebemann und taschendieb kei, der mit seinen ‚brüdern‘ bo (ka tung lam), mac (kenneth cheung) und sak (wing-cheung law) die stadt auf charmante und gewandte art und weise unsicher macht. eines tages bestiehlt er auch chung chun lei (kelly lin), womit probleme und verwicklungen dramatischer, jedoch auch komischer und romantischer natur ihren lauf nehmen.

simon yam spielt seine rolle als meist gutgelaunter und galant-eleganter kleinkrimineller hervorragend und kelly lin überzeugt als die geheimnisvolle, viel ernsthaftere chung chun. überhaupt ist der cast grossartig und auch die wenigen nebenfiguren wurden toll besetzt. ein fast noch wichtigerer darsteller jedoch, von johnny to und kameramann siu-keung cheng liebevoll und meisterhaft in szene gesetzt, ist das aktuelle, moderne und pulsierende hong kong mit seinen verschiedensten bewohnern – bei tag und nacht und in unterschiedlichsten farbtönen und wetterlagen.

der film nimmt sich meist nicht allzu ernst, was ihm sehr gut tut. die komischen, manchmal absurden szenen wirken nie unpassend, sondern ergänzen die ernsteren und nachdenklichen hervorragend. ein sehr empfehlenswerter film, auch und vor allem für leute, die aus hong kong nur die kung-fu und harten gangsterfilme kennen.

man jeuk auf imdb