cameron deas (uk)
paul hubweber (de) & dj sniff (jp)
soult (zh)
dj pult (bs)
dj uhuruku (zh)
22 Uhr
klubi
wasserwerkstrasse 89a, zureich
www.klubi.ch
cameron deas (uk)
paul hubweber (de) & dj sniff (jp)
soult (zh)
dj pult (bs)
dj uhuruku (zh)
22 Uhr
klubi
wasserwerkstrasse 89a, zureich
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wenn schon im titel ein ausrufezeichen auftaucht, darf man getrost davon ausgehen, dass die ursprüngliche meldung hier ein wenig mehr als ein beifälliges kopfnicken ausgelöst hat. konkret: schwitzende hände, einen magenkomrimierenden adrenalinstoss und nachfolgendes recherchefieber. dazu den kaum zu widerstehenden drang, sofort nach hause zu fahren und alle source direct-platten mindestens einmal in voller lautstärke durchzuhören.
der anlass: boddikas nonplus records veröffentlicht am 8. juni mit nonplus 028 die erste einer hoffentlich langen und vollständigen reihe von neupressungen alter source direct-klassiker – auf der einen seite. auf der b-seite gibts jeweils einen aktuellen remix ebendieses klassikers. dass die wahl dabei gleich auf den düster angsteinflössenden übertrack ‚black rose‘ fiel, kann nicht überraschen – bei kaum einem track wurden der source direct-sound so klar ausformuliert, sind dunkelheit und latente bösartigkeit fast mit händen fassbar.
der remix von blawan ist nicht weniger dark und fängt somit die grundlegende athmosphäre nicht schlecht ein, rollt jedoch mit einer technoiden stetigkeit und unbeirrbarkeit vorwärts, die dem sprunghaften und kaum fassbaren rhythmusgerüst des originals völlig fremd ist und einen analog schmatzenden sog erzeugt, der an ganz andere orte führt, die jedoch nicht weniger dunkel und furchterregend sind.
die nächste platte in der reihe wird dann schon nonplus 029 mit dem 95er-track ‚approach & identify‘ sein, ergänzt durch einen remix von demdike stare. ein kleines e-mail-interview mit jim baker anlässlich dieser veröffentlichungen findet man auf resident advisor.
nach über zwei jahren ruhe hat sich heute auf dem soundcloud-account von bogdan raczynski wieder etwas bewegt: ein feiner mix mit tollen songs, wagemutigen übergängen und feinen melodien, rangierend zwischen gameboy-jungle, electronica und weltweit gesammelter weirdness.
heute und morgen abend macht das zürcher taktung-festival besonders viel her. denn neben der ausstellung, den performances und workshops gibt es heute auch musik. und zwar in allen spielarten: live in bandbesetzung, von djs, kombiniert mit einer lesung und im rahmen von performances. also nicht ein standard-clubabend, sondern ein gefäss zum experimentieren und zusammenbringen verschiedener stile und kunstverständnisse. und somit bestimmt nicht langweilig!
heute ab 19 Uhr
– acid arab (dj-set)
– roy & the devils motorcycle mit papiro, hans koch, gentil (konzert)
– pierre favre & michel casanovas (performance)
– 21 grams & michael fehr (performance)
– simon berz (performance)
– pixelpunx & potage du jour (av-show)
– dj fett (dj-set)
– cndr (dj-set)
– princess p (dj-set)
– susie star (dj-set)
– packungsbeilage (vj-set)
– aaawesome colors (vj-set)
eintritt 20.–
morgen ab 19:30 Uhr
– killawatt (av-show)
– bit-tuner & suffix (av-show)
– mini minies (perfomance)
– grauton (performance)
– k-tv (performance)
– none of them (konzert)
– iokoi (konzert)
– daniele cosmo (dj-set)
– el tigre sound (dj-set)
– p.bell (dj-set)
– p-tess (dj-set)
– guyus & ink! (dj-set)
– bildstörung (vj-set)
– pixelpunx (vj-set)
eintritt 20.–
endlich wieder mal ein bemerkenswerter konzerttermin: appaloosa bespielen heute das klubi-lokal! die vier italiener aus livorno spielen wundervoll psychedelische und repetitiv groovende rockmusik, durchsetzt mit wabernden effekten und anklängen an so ziemlich alles gute, was in den letzten jahren die dancefloors herausforderte. seit über zehn jahren in unveränderter besetzung, sind sie in italien schon weitherum bekannt, nun betouren sie den rest europas und verwandeln allenthalben clubs und konzertlokale in dampfende schweissbäder glücklicher menschen.
ein bisschen älter (oktober 2014), dieser text. aber eigentlich noch immer aktuell, denn die platte ist fantastisch:
wunderschön, wie jungle in letzter zeit aufblüht! vermehrt hört man wieder dreckige amens und deepe bässe, hart gecuttet und auf den punkt produziert, jungle wars brechen aus und sogar parties finden wieder statt. und das gerade von und mit vielen jungen produzenten, die während der ersten welle gerade geboren wurden oder kaum gehen lernten.
relapse allerdings war da schon etwas älter, hatte 2005 schon seine erste wüste breakcore-ep draussen und produziert unterdessen einen sehr klaren und erwachsenen, deswegen aber nicht weniger energetischen und dynamischen sound. dafür gibts nun einen release auf jungle syndicate mit vier tracks, die selbstbewusst das spannungsfeld zwischen hektischen beats, fernöstlichen melodien und brodelnder subsonischer unruhe besetzen.
‚untitled bounce‘ integriert diese eckpunkte schon fast offensiv und entgeht der kitschfalle – gestellt durch klischierte sitar- und stimmsamples – nur durch fast schon chirurgische präzision im einsatz und der bearbeitung dieser samples und ihrer intensiven verwebung mit den überaus abwechslungsreichen beats. bei ‚donkey‘ ist die stimmung ein wenig wärmer und dunkler, hervorgerufen durch ein reduziertes, sich um den grundton windendes und manchmal gequält zuckendes, verhalltes sample einer violine und tablas, die einen ungewohnten kontrapunkt zum rigiden amen setzen.
‚ery5‘ ist von der stimmung her vergleichbar mit ‚donkey‘, auch die samples scheinen aus ähnlicher quelle zu stammen. trotzdem spürt man, dass hier was anders ist: relapse kollaboriert auf diesem track zum ersten mal mit optimystic, einem jungen dj und producer ebenfalls aus bristol. ihm rechnet man schnell den mastig brummenden hoover-bass an, der den track zwischendurch immer wieder vibrierend in die höhe drückt. dazu wirken die beats flinker und agiler, werden immer wieder durch diverse fills und breaks um die eigene achse gedreht und lassen sich durch die tablas eher unterstützen als ergänzen.
der titeltrack sitzt am ende dieser ep und etabliert dem namen gemäss erst mal eine atmosphäre, die an bedrohlichkeit und hoffnungslosigkeit kaum zu überbieten ist. mit einem harten drop prügeln kurz darauf die beats so gnadenlos auf den eingeschüchterten hörer ein, dass er sich der düsteren aussichtslosigkeit wehrlos ausgeliefert sieht und angesichts der gnadenlosen härte und kalten komplexität fasziniert versucht, das gebotene zu verarbeiten. dass dies nicht ganz einfach ist, hat relapse wohl vorausgesehen und darum immer wieder winzige, schimmernde inseln der ruhe geschaffen, von denen man sich nach einem tiefen atemzug wieder in den mahlstrom kollidierender drums werfen kann.
heute feiert ‚shake the dust‚ auf vimeo online-premiere. die 85-minütige dokumentation von adam sjöberg über den weltweiten einfluss der hiphop-kultur und brekadance kann mit spektakulären bildern, drehorten und nas als executive producer aufwarten. den kommentator macht karim, ein ugandischer b-boy, und die darsteller und tänzer kommen aus slums, ghettos und vororten in uganda, jemen, kambodscha und kolumbien.
eine schöne erinnerung daran, wieso man ursprünglich vom hiphop-fieber angesteckt wurde!
das taktung-festival ersteht wieder auf, noch grösser und prächtiger als 2013. bis am 25. april versammeln sich künstler aller himmels- und anderer richtungen an der grubenstrasse 15 zum interdisziplinär getakteten austausch über sinnes- und genregrenzen hinweg, organisiert von videokultur, kombo und den hula honeys.
heute ab 18:00 uhr gibts eine vernissage unter der mitwirkung aller ausstellenden künstler und künstlerinnen.
ausserdem:
feldermelder (av-show)
stm~ duality (av-show)
roland bucher (performance)
uhuruku (dj-set)
eintritt frei!