nach über zwei jahren ruhe hat sich heute auf dem soundcloud-account von bogdan raczynski wieder etwas bewegt: ein feiner mix mit tollen songs, wagemutigen übergängen und feinen melodien, rangierend zwischen gameboy-jungle, electronica und weltweit gesammelter weirdness.
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taktung zum zweiten
heute und morgen abend macht das zürcher taktung-festival besonders viel her. denn neben der ausstellung, den performances und workshops gibt es heute auch musik. und zwar in allen spielarten: live in bandbesetzung, von djs, kombiniert mit einer lesung und im rahmen von performances. also nicht ein standard-clubabend, sondern ein gefäss zum experimentieren und zusammenbringen verschiedener stile und kunstverständnisse. und somit bestimmt nicht langweilig!
heute ab 19 Uhr
– acid arab (dj-set)
– roy & the devils motorcycle mit papiro, hans koch, gentil (konzert)
– pierre favre & michel casanovas (performance)
– 21 grams & michael fehr (performance)
– simon berz (performance)
– pixelpunx & potage du jour (av-show)
– dj fett (dj-set)
– cndr (dj-set)
– princess p (dj-set)
– susie star (dj-set)
– packungsbeilage (vj-set)
– aaawesome colors (vj-set)
eintritt 20.–
morgen ab 19:30 Uhr
– killawatt (av-show)
– bit-tuner & suffix (av-show)
– mini minies (perfomance)
– grauton (performance)
– k-tv (performance)
– none of them (konzert)
– iokoi (konzert)
– daniele cosmo (dj-set)
– el tigre sound (dj-set)
– p.bell (dj-set)
– p-tess (dj-set)
– guyus & ink! (dj-set)
– bildstörung (vj-set)
– pixelpunx (vj-set)
eintritt 20.–
heute in zürich
endlich wieder mal ein bemerkenswerter konzerttermin: appaloosa bespielen heute das klubi-lokal! die vier italiener aus livorno spielen wundervoll psychedelische und repetitiv groovende rockmusik, durchsetzt mit wabernden effekten und anklängen an so ziemlich alles gute, was in den letzten jahren die dancefloors herausforderte. seit über zehn jahren in unveränderter besetzung, sind sie in italien schon weitherum bekannt, nun betouren sie den rest europas und verwandeln allenthalben clubs und konzertlokale in dampfende schweissbäder glücklicher menschen.
relapse – all is lost
ein bisschen älter (oktober 2014), dieser text. aber eigentlich noch immer aktuell, denn die platte ist fantastisch:
wunderschön, wie jungle in letzter zeit aufblüht! vermehrt hört man wieder dreckige amens und deepe bässe, hart gecuttet und auf den punkt produziert, jungle wars brechen aus und sogar parties finden wieder statt. und das gerade von und mit vielen jungen produzenten, die während der ersten welle gerade geboren wurden oder kaum gehen lernten.
relapse allerdings war da schon etwas älter, hatte 2005 schon seine erste wüste breakcore-ep draussen und produziert unterdessen einen sehr klaren und erwachsenen, deswegen aber nicht weniger energetischen und dynamischen sound. dafür gibts nun einen release auf jungle syndicate mit vier tracks, die selbstbewusst das spannungsfeld zwischen hektischen beats, fernöstlichen melodien und brodelnder subsonischer unruhe besetzen.
‚untitled bounce‘ integriert diese eckpunkte schon fast offensiv und entgeht der kitschfalle – gestellt durch klischierte sitar- und stimmsamples – nur durch fast schon chirurgische präzision im einsatz und der bearbeitung dieser samples und ihrer intensiven verwebung mit den überaus abwechslungsreichen beats. bei ‚donkey‘ ist die stimmung ein wenig wärmer und dunkler, hervorgerufen durch ein reduziertes, sich um den grundton windendes und manchmal gequält zuckendes, verhalltes sample einer violine und tablas, die einen ungewohnten kontrapunkt zum rigiden amen setzen.
‚ery5‘ ist von der stimmung her vergleichbar mit ‚donkey‘, auch die samples scheinen aus ähnlicher quelle zu stammen. trotzdem spürt man, dass hier was anders ist: relapse kollaboriert auf diesem track zum ersten mal mit optimystic, einem jungen dj und producer ebenfalls aus bristol. ihm rechnet man schnell den mastig brummenden hoover-bass an, der den track zwischendurch immer wieder vibrierend in die höhe drückt. dazu wirken die beats flinker und agiler, werden immer wieder durch diverse fills und breaks um die eigene achse gedreht und lassen sich durch die tablas eher unterstützen als ergänzen.
der titeltrack sitzt am ende dieser ep und etabliert dem namen gemäss erst mal eine atmosphäre, die an bedrohlichkeit und hoffnungslosigkeit kaum zu überbieten ist. mit einem harten drop prügeln kurz darauf die beats so gnadenlos auf den eingeschüchterten hörer ein, dass er sich der düsteren aussichtslosigkeit wehrlos ausgeliefert sieht und angesichts der gnadenlosen härte und kalten komplexität fasziniert versucht, das gebotene zu verarbeiten. dass dies nicht ganz einfach ist, hat relapse wohl vorausgesehen und darum immer wieder winzige, schimmernde inseln der ruhe geschaffen, von denen man sich nach einem tiefen atemzug wieder in den mahlstrom kollidierender drums werfen kann.
wieder mal ne doku
heute feiert ‚shake the dust‚ auf vimeo online-premiere. die 85-minütige dokumentation von adam sjöberg über den weltweiten einfluss der hiphop-kultur und brekadance kann mit spektakulären bildern, drehorten und nas als executive producer aufwarten. den kommentator macht karim, ein ugandischer b-boy, und die darsteller und tänzer kommen aus slums, ghettos und vororten in uganda, jemen, kambodscha und kolumbien.
eine schöne erinnerung daran, wieso man ursprünglich vom hiphop-fieber angesteckt wurde!
ab heute in zürich
das taktung-festival ersteht wieder auf, noch grösser und prächtiger als 2013. bis am 25. april versammeln sich künstler aller himmels- und anderer richtungen an der grubenstrasse 15 zum interdisziplinär getakteten austausch über sinnes- und genregrenzen hinweg, organisiert von videokultur, kombo und den hula honeys.
heute ab 18:00 uhr gibts eine vernissage unter der mitwirkung aller ausstellenden künstler und künstlerinnen.
ausserdem:
feldermelder (av-show)
stm~ duality (av-show)
roland bucher (performance)
uhuruku (dj-set)
eintritt frei!
toro y moi im mascotte
trouble & bass hören auf
new yorks umtriebigste vertreter der bass music szene ziehn nach über acht jahren den stecker. zum abschied gibts ende märz eine compilation unter dem titel ‚all time trouble & bass‘ und am 13. april eine party im verboten (nyc). auf der compilation sind tracks von den gründern drop the lime, star eyes und ac slater, aber auch von alten bekanntschaften und jungen wilden zu finden. ein schönes abschiedsgeschenk, das wir mit einer träne im augenwinkel geniessen werden.
neues von four tet
dave eleanors ’naked & nicotine‘ kommt auf blaublaurecords
hier schon mal der erste track als kleines preview und mein promotext zur neuen platte, die am 11. februar 2015 beim blaublau-kollektiv erscheint. ich freue mich sehr auf diese veröffentlichung!
Diese Platte ist nackt. Sie drängt sich nicht auf, zieht sich aber auch nicht zurück, lässt den Hörer auf sich zukommen. Sie verheimlicht nichts, lässt überflüssiges weg. Und weiss so zu bezaubern: Elegante, gerade Beats pulsieren und verraten die verhaltene Energie jüngster Vergangenheit und Herkunft: Der in Bass Music, House und Dubstep gegossene elektronische Soul. Weite Melodiebögen legen sich dabei sanft, aber bestimmt über die mal warm brummenden, mal gereizt knurrenden Bässe. Eine melancholische Stimme nimmt den Hörer gefangen, erzählt von Sehnsucht und Verlangen, verklingt dann wieder. Und vermittelt dabei eine Sicherheit und Selbstverständlichkeit, als ob es gar nicht anders denkbar wäre, gerade jetzt gehört zu werden.
Dave Eleanor liefert mit ‘Naked & Nicotine’ einen vorläufigen Höhepunkt einer beeindruckenden musikalischen Entwicklung ab. In den knapp drei Jahren seit seiner Debut-EP ‘wait’ hat er unzählige Konzerte gespielt, zwei weitere EPs veröffentlicht, innovative Remixes produziert, immer wieder seine Songs im Radio gehört, dazu weitere Konzerte gespielt und eine Menge Menschen zum Tanzen gebracht. Dabei hat seine Musik an Ausdruck und ruhiger Überzeugungskraft gewonnen, seine musikalischen Mittel setzte er nun gezielt und nachhaltig ein: Wunderschön und sorgfältig produzierte Klänge, die Raum und Zeit zur Entfaltung erhalten, dazu in ihrer Reduktion aufs Wichtigste elegant funkelnde Rhythmen. Und nicht zuletzt ein durch Studium und Erfahrung angeeignetes weites Wissen von Struktur und Komposition, ohne das ‘Naked & Nicotine’ niemals das so selbstbewusst schimmernde Kleinod wäre, zum dem es je länger, je mehr wird.




