erstes preview für asics neue pentaprism ep

asics neue ep streckt schon mal mit einem track die nase vor die tür, bevor sie sich dann am 25. november definitiv unter die leute wagt. dies mit einem überraschend perkussiven und sehr dicht, manchmal fast sperrig wirkenden stück musik, das mit den synkopiert gallopierenden bassdums juke-nachbilder aufleben lässt, durch die unscharf verwaschenen drones jedoch weit über detroit hinaus in den leeren raum verweist. aber hört selbst:

asic
asic auf bandcamp
asic auf facebook
asic auf soundcloud
asic auf twitter

various artists – vandalizm 003 & 004

vandalizm records 2014

das bass vandalizm kollektiv, bestehend aus zenit, faust und raphallus, hatte ich bis vor kurzem nur flüchtig wahrgenommen. der name tauchte in den vergangenen jahren immer wieder auf flyern diverser locations in und um biel auf, wo sie sich als partyorganisatoren mit viel nachdruck einen namen gemacht haben, manchmal entdeckte man einen der drei gründer und djs auf einem line-up in genf oder zürich. diese platte hat das nun geändert, und die hoffnung besteht, dass damit auch die der östliche teil des landes auf die umtriebigen musikliebhaber aufmerksam wird.

der doppel-release vereint tracks dreier künstler – davon mit faust und zenit zwei der gründer von bass vandalizm – und ist somit auch ein statement zur musikalischen positionierung des labels. und die ist abseits vom mainstream, nämlich dort wo sich dubstep, bass music, techno und hiphop zum fröhlichen stelldichein verabreden und sich auch labels wie livity sound oder hessle audio eingerichtet haben. der erste track von faust wirkt dann auch schon fast programmatisch: fragmentierte, in der echokammer gefangene stimmsamples, eine trocken pulsierende bassdrum unter houseaffinen hihats, warme flächen und viel raum, in dem sich bassige dronetupfer verhallen dürfen. gefolgt von king cs ‚dez‘, eine fast schon intim wirkende studie im hiphop-tempo, der in seiner dubbigen entspanntheit stark an kit clayton oder tracks der staedtizism-compilations von poles ~scape-label errinnert – was gern als kompliment verstanden werden darf.

einen schönen gegensatz dazu bildet fausts zweiter track ‚ruins‘ auf dieser zusammenstellung: volle, weich schillernde flächen leiten ein in einen sorgfältig strukturierten, vorwärtsdrückenden beat, dessen begleitung bald von druckvollen, aber leicht wackligen stabs in trancehafter euphorie übernommen wird. diese dürfen sich nach herzenslust melodiös austoben, werden zwischendurch wieder zurückgenommen und schleichen sich darauf wieder langsam durch die hintertür mitten auf den dancefloor. dort treffen sie auf zenits ‚money‘, einem fantastischen stück dubtechno, zu dem gar nicht viel gesagt werden sollte. einfach zurücklehnen und sich von den wundervoll verhallten piano- und synthchords einhüllen lassen sollte genügen.

den abschluss macht ‚frässe‘ von king c, eine genial vertrackte dubstep-versuchsanordnung, in der sich stolpernd-stockende beats und waghalsig schwebende chords gegenseitig umtänzeln. wenn dann in der zweiten hälfte die vor funk triefende leitmelodie einsetzt, wird plötzlich klar, wie sorgfältig und geduldig dieser track aufbaut und wie leicht und selbstverständlich die stimmungen hier wechseln, um am schluss wieder an den ausgangspunkt zurückzukehren.

fanu – beats & breaks podcast #5

endlich eine neulancierung eines meiner lieblingspodcasts! fanus talent, neue, spannende beats aufzutreiben und gekonnt zu kombinieren, hat um nichts nachgelassen. dubplates von desto, fishstix, b00, bunzero (hammertrack!), sonis und anderen, dazu remixes und neue tracks aus aller welt werden hier vorgestellt – ein fantastischer start für den relaunch und eine hohe messlatte für die kommenden ausgaben!

tracklist

mana – hunger for everything
pixelord – oasis [recue remix] (forthcoming)
graphs – posthuman (forthcoming)
desto – aquarius circles (dub)
esgar – starscream (izwid)
desto – don’t lose yourself (dub)
fishstix – bassline (dub)
nonfuture – too bad
coleco – the physical (inflect)
recue x jolea – knives are falling [fanu remix] (forthcoming)
fishstix – blown away (philthrax)
fishstix – hyperthrusters (dub)
return – essence of corfe
b00 – mangonel (dub)
fada – brushes (pinecone moonshine)
bunzero – the good mc is gone (dub)
coleco – induction (inflect)
machine girl – ghost [nonfuture remix]
calculon & austin speed – get murked [deft remix]
sonis – killah sound (dub)
danny scrilla – singularity (free download)
mendelayev – new tribe
clearance – scurvy crew (dub)
philliez – subcaste (dynamic funk recs)
dlx – stellar funk (dub)
anonymous – murot on loppu (dub)
thing – vaibla (https://thingmusic.bandcamp.com/album/haunt-vaibla)
wish – moonlit detour (dub)

xakatagawa – vol 1

nostilevo, 2014

leider schon ein bisschen älter (januar) und erst vor kurzem entdeckt, dafür gleich voll dran hängengeblieben. was für eine geile platte! allerdings schwierig zu erklären, warum genau. andererseits auch ganz einfach: rave, euphorie, treibende beats, atemloses vorwärtspreschen, sensorischer overload, schweiss und ekstase. so fühlt sich das an. klingen tut es allerdings wie auf einem alten tape: verzerrt bis zum anschlag, komprimiert, psychedelisch. was die musik – trotz des so erreichten effekts beinahe nostalgischer entfremdung – merkwürdigerweise unmittelbarer, moderner wirken lässt. hauntology in reinform also, wobei hier allerdings das ätherische vom massiven ersetzt wird, das körperlose gespenst vom stinkenden zombie. was das ganze natürlich nicht weniger unheimlich macht, dafür tanzbar.

die neue von and zum vorhören

brutal, roh und schmutzig sind die begriffe, die zur musik von and (andro aka andrew bowen & dimit aka dimitri poumplidis) als erstes genannt werden. das duo aus manchester hat sich ganz dem kompromisslos harten und düster lärmigen techno verschrieben und diesen sound über eine ganze menge eps und singles auf verschiedenen labels zur klaustrophobischen masseneinschüchterungswaffe weiterentwickelt. mit ihrem neuen und ersten album sind sie nun bei electric deluxe, dem label von jochem paap aka speedy j untergekommen – eine überaus passende kombination in anbetracht von jochems musikalischer karriere und dem breitgefächerten, jedoch immer energiegeladenen output seiner akkustischen plattform.
dank resident advisor kann man nun schon die ganze platte vorhören: ein massives, verzerrtes, hochverdichtetes monster voller gewalt, krach und zerrissenheit, aber auch überraschenden momenten kristallener klarheit.