dave eleanor – wait ep

subtrakt 2012

2012 war bisher ein tolles jahr für den futuristisch-elektronischen untergrund in der schweiz. viele gute und überraschend eigenständige platten kamen heraus, neue künstler – aber auch parties und festivals – feierten erfolge und junge labels wie die hula honeys, lalamusik, korsett oder subtrakt nahmen fahrt auf und gewannen an profil.

auf dem letzteren fällt dave eleanor zur zeit am meisten auf.  er wohnt im aargau, ist ein junger student der musikhochschule und angehender komponist mit banderfahrung und breitgefächerten musikalischen interessen. diese erste ep unter seinem namen heisst ‚wait‚. er wurde damit gleich bei restorm zur  ‚band of the month‚ gekürt, bekam airplay auf drs3 und räumte anschliessend auch noch an der demotape clinic ab. unterdessen hat er greis und knackeboul geremixt und eine reihe erfolgreicher auftritte absolviert. was alles nicht gar icht mehr so erstaunt, wenn man sich die tracks erst einmal zu gemüte führt: selten bekommt man ein so erwachsen, detailverliebt und gleichzeitig sicher klingendes debut zu hören und noch seltener kommt es vor, dass man davon sofort mehr möchte. dave eleanor schafft das mit einer leichtigkeit, die von ihm noch vieles erwarten lässt.

natürlich sind auch einflüsse auszumachen, und nicht zu wenige: deephouse, bass music, (post-)dubstep, techno, trip hop, dub… und immer wieder james blake. davon lässt sich unser künstler jedoch nie zu stark ablenken und erschafft eigenes: wunderschön melancholische popsongs (fragile), deepste dancefloortracks für die frühen morgenstunden (entactogen) oder eine psychedelische reise in die welt der beats und breaks der 90erjahre (fever). dies alles wird zusammengehalten durch einen unglaublich angenehmen, warmen und homogen wirkenden sound. einen einheitlichen mix, wie eleanor es in seinem interview auf dem restorm-blog beschreibt. nur schon, dass ihm dies auch bei einer gratis downloadbaren 4-track-ep nicht egal ist, hebt ihn heraus aus der masse seiner trackverliebten zeitgenossen und lässt im hörer den wunsch nach längeren veröffentlichungen reifen.

01. entactogen
02. fragile
03. escape
04. fever

dave eleanor spielt am 5. november am videostammtisch im royal (baden).

dave eleanor
dave eleanor auf subtrakt
dave eleanor auf soundcloud

somtek – enter the dust

der erste exklusive artist-mix für den neuen hula honeys-channel auf mixcloud, handverlesen und mit liebe gemischt von daniel sommer aka somtek alias schnauz. einige der tracks sind entweder auf korsett und/oder hula honeys erschienen, ein grossteil jedoch rekrutiert sich vom rand oder ganz ausserhalb des dunstkreises dieser beiden labels und deckt grosse gebiete des aktuellen elektronischen musikschaffens ab. dies gibt dem mix eine gewisse weltläufigkeit, garantiert abwechslung und erlaubt dem dj sowohl im kleinen als auch im grossen spannungsbögen zu schlagen und stimmungen zu erzeugen. und da somtek sich nun doch schon länger an den turntables bewegt und seine skills durch unzählige live- und andere sets geschärft hat, kann er diese möglichkeiten beeindruckend sicher ausschöpfen. entstanden ist ein farbiges kaleidoskop rhythmusbetonter und innovativer musik aus den letzten paar monaten, eine spannende reise in eine verheissungsvolle zukunft, geprägt von deepen basslandschaften, glitschig-schlüpfrigen beats und düster technoiden ansiedlungen, die geheimnisvoll durch den stellenweise auftretenden psychedelischen nebel funkeln.

hören auf mixcloud
http://bit.ly/Sm9V04
download von official.fm
http://bit.ly/SwbXKo

01. hologram – prometheus rising (schematic)
02. goth-trad – strangers (deep medi musik)
03. roel funcken – cybot (ee compilation)
04. somtek – sandman (unreleased)
05. 2562 – the times (tectonic)
06. demegy – landing (korsett)
07. virgil enzinger & submerge – black sun (nachtstrom)
08. orphx – dead zone (hands productions)
09. unseen intruders – chapter one (bedroom research)
10. phucking happyend – bitter sweet | candy dub by nik! (korsett/hula honeys)
11. phucking happyend – bitter sweet | phaser edit by somtek (korsett/hula honeys)
12. vaetxh – clipper | circuit bent circus tent remix (king deluxe)
13. vaetxh – clipper | subjex origamix (king deluxe)
14. senking – skidozer 301 (raster noton)
15. f600 – contractura (pueblo nuevo)
16. surgeon – radiance (dynamic tension)
17. wipeout – i’ve started to read, again (klanggalerie)
18. interstellar – ending | mitoma remix (section27)
19. goth-trad – departure (deep medi musik)
20. frank riggio – perplex people (omelette)
21. vaetxh – recursion tree (schematic)
22. hologram – night swimming (n5md)

phucking happyend – bitter sweet remix ep

hula honeys/korsett kollektiv 2012

eine schöne platte ist da entstanden, aus dieser erstmaligen kollaboration dieser zwei relativ jungen schweizer label. man spürt, dass viel leidenschaft und freude an der musik, viel liebe zum detail und spass an der zusammenarbeit in diesem release stecken. eine solide, kartonfarbene hülle und die covergestaltung im siebdruck – auch dies das ergebnis  gemeinsamer kreativer anstrengungen der beiden hausgrafiker pozzo (hula honeys) und amadeus waltenspühl (korsett kollektiv) – vermitteln diesen eindruck auch taktil und visuell.

akkustisch überzeugt die platte durch ihre tadellose produktion und ihren unaufgeregten abwechslungsreichtum, der auf einer remix-ep selten genug zu finden ist. das original von phucking happyend bietet jedoch auch eine sehr dankbare basis, um eigene ideen darüber zu entwickeln: ein aufgeräumter, tanzbarer schnippbeat, klar perlende synths und eine prägnante basslinie sind die sparsam und wirkungsvoll eingesetzten hauptelemente dieses gutgelaunten midtempo-steppers. macht sich in jedem wonky- und bassmusic-set hervorragend!

kackmusikk lebt hier wie schon auf krst03 seine faszination für juke, footwork und den dancefloor ganz allgemein aus: die 808 rollt, dass es eine wahre freude ist, die vocals stottern sich zwar stilgerecht, aber nie nervend ins stammhirn und die subbässe beulen schon bei moderaten lautstärken eine anständige stahltür aus. ein absolut grossartiger spass und garantierter tanzflurfüller.

auf der b-seite gehts gleich weiter mit fetten bässen: nik! wirft seine hula-dubbox an und schenkt uns einen einblick in seine ganz eigene vision von dubtechno: organisch, roh und anfangs schwerfällig schlurfend, dann immer beschwingter und leichtfüssiger. die orgeln gurgeln bekifft und die echos jagen sich gegenseitig durch den blauen rauch… aber irgendwo weit unten zieht der bass stoisch sein ding durch.

somtek haut mit seinem phaser edit in die selbe dubtechno-kerbe, aber heraus kommt etwas ganz anderes: ein elektronisches, unheilvoll heranrollendes bassmonster mit verzerrten kicks, klaustrophobischen echos, mechanischen klickgeräuschen und, nur selten, aus dem nichts heraustropfenden, funkelnden synths. in seiner düsterkeit und drängenden unruhe kann er sich an den besseren muslimgauze- und shackleton-tracks messen.

die platte klingt absolut rund und ausgewogen – bob macc (subvert central) hat ganze arbeit geleistet und dem release mit seiner arbeit den abschliessenden stempel aufgedrückt. zu kaufen gibt es die scheibe ab morgen, dem 25. oktober 2012 sofort, online und hoffenlich auch in einigen plattenläden.

01. bitter sweet
02. bitter sweet – kackmusikk changes everything remix
03. bitter sweet – candy dub by nik!
04. bitter sweet – phaser edit by somtek

korsett kollektiv links:
www.korsettkollektiv.com
store.korsettkollektiv.com
www.facebook.com/korsettkollektiv
www.twitter.com/korsettluzern
www.vimeo.com/korsett

hula honeys links:
www.hulahoneys.net
www.hulahoneys.bandcamp.com
www.facebook.com/HulaHoneysRecords
www.twitter.com/hulahoneys
www.youtube.com/allthehoneys

various artists – colossal heads one

colossal heads 2012

und gleich nochmals ein vielversprechendes neues label, diesmal aus melbourne. gegründet wurde es von rory mcpike, der sich und seine freunde mit dieser überaus sympatischen ep erstmals der öffentlichkeit präsentiert. die sounds bewegen sich meist ziemlich sicher in dem grossen, weiten feld zwischen instrumental hiphop, ambient und sampledelica, lassen sich allerdings auch gerne mal auf einen flirt mit den neusten r’n’b-variationen und funk ein. dabei fallen dem hörer beim ersten durchhören weniger die einzelnen tracks als vielmehr der innere zusammenhalt und meist gemächliche fluss der platte auf.

beim wiederholten anhören können die stücke jedoch ein beträchtliches eigenleben entwickeln: ‚love lock‘ von sean mcpike groovt in derart entspannter kifferlaune dahin, das es nightmares on wax zur ehre gereichen würde,’king charles‘ lässt ein piano auf langen echos langsam durch unendliche hallräume über spärliche klickerbeats schweben und samuels ’sausage dog‘ mündet nach einem kleinmädchenintro und sphärisch-kühl unterorgelten beats in einen absurd verdrehten mutant eines freakwater-samples. dies alles und noch mehr kommt so sympatisch daher, dass man den colossal heads nur gratulieren und auf zahlreiche weitere releases hoffen kann.

01. samuel – tuna fish
02. sean mcpike – love lock
03. minus 1 – reality
04. rory mcpike – king charles
05. samuel – sausage dog
06. deebis – danaca

colossal heads auf bandcamp
colossal heads auf soundcloud
rory mcpike auf soundcloud

ricky force & mecca – dublin1/you’ll never know

pressin hard records 2012

man kann darüber streiten, ob es heute noch sinnvoll ist, ein neues jungle-label aus der taufe zu heben. klar ist jedoch: wenn man es macht, dann so! ricky force bewegt sich nun schon lange im jungle von dublin, hat zahllose tracks und mixes gratis und auf einschlägigen netlabels wie exegene veröffentlicht und erröffnet nun den reigen seiner releases in eigenregie mit einer bombe, wie sie sich viele jungleheads insgeheim schon lange wünschen. ‚dublin 1‘ lässt uns die amens nur so um die ohren fliegen und errinnert an den unverwechselbaren style, mit dem bukem in den neunzigern unnachgiebige härte und sanfte flächen zusammenführte. allerdings ist das ganze unterdessen so viel besser produziert, dass sich auch der grösste skeptiker fragen muss, ob das angehende old school-revival nicht vielleicht doch seine berechtigung hat.

dies gilt auch für den zweiten track, für den der labelboss mit dem jungen und vielversprechenden marcel moorcroft alias mecca zusammengearbeitet hat. die stimmung ist hier jedoch düsterer und die beats nicht ganz so vorwärts orientiert, dafür entsteht hier eine athmosphäre, die in ihrer dichte und bedrohlichkeit an die besten filmisch inszeniertes endzeitszenarien heranreicht.

diese 12″ ist limitiert auf hundert stück, also schnell zugreifen!

01. ricky force – dublin 1
02. ricky force & mecca – you’ll never know

pressin hard records
ricky force auf soundcloud
mecca auf soundcloud

demegy – landing/chnorz

korsett kollektiv 2012

schon ne weile her, diese platte. aber einerseits hat gute musik kein verfallsdatum, andererseits möchte ich bis zum erscheinungstermin der hon09/krst05 ein paar releases aufarbeiten, die mir in den vergangenen monaten wichtig geworden sind und so auch endlich wieder mal ein paar reviews älterer platten auf den blog stellen, bevor ich mich dann wieder vermehrt den aktuellen veröffentlichungen widme.

demegy begibt sich mit seinem zweiten release auf dem korsett kollektiv-label nach ‚if it’s you‚ in seine bislang düstersten musikalischen abgründe. unter einsatz fast schon ‚klassischer‘ dubstep- und ambient-elemente wird hier auf einem äusserst massiven bassfundament eine unglaublich dunkle und bedrohliche, industrielle athmosphäre generiert. gerade ‚landing‘ errinnert mit seiner hypnotischen langsamkeit und den spärlichen, aber punktgenau gesetzten beats an grosse momente von mick harris aka scorn.

‚chnorz‘ ist, vor allem für beherrscher des schweizerdeutschen idioms, einer der akkuratest betitelten tracks ever. aber auch anderssprachigen dürfte die lautmalerische qualität des tracktitels und sein bezug zur vielfach verwursteten, sich endlos windenden basslinie auffallen. sie ist schliesslich auch das tragende element dieses eindeutig tanzbareren und aggressiveren der beiden tracks und trägt die trocken abgehangenen beats über die zahlreichen, präzisen lücken und atempausen. möglichst laut hören, am besten in einem club!

01. landing
02. chnorz

demegy
demegy auf soundcloud
korsett kollektiv
korsett kollektiv auf bandcamp

pinch, peverelist u.a. im cabaret

eine unglaubliche nacht voller bässe, beats und anderer bewusstseinserweiternden substanzen! peverelist spielte abwechslungsreich und sehr entspannt, nahm sich viel zeit und war der perfekte wegbereiter für das set von pinch. dieser liess sich nicht lange bitten, erhöhte mix- und tempotechnisch das tempo markant und schlug dem unterdessen ziemlich euphorisierten publikum dubplate um dubplate um die ohren.

gerne wieder!

hier noch zwei videos der veranstalter:

http://www.youtube.com/user/new0com
http://www.youtube.com/user/guyus101
http://www.dubexmachina.ch/

demegy – if it’s you

korsett 2011

nachdem das korsett kollektiv mit der remix-cd für demegy & somteks ‚breakshake‘-track fulminant in die labelzukunft gestartet ist, steht nun schon die zweite veröffentlichung zum download bereit. demegy darf gleich nochmals ran und liefert mit ‚if it’s you‘ einen untypisch ruhigen und ambientlastigen electronica-track ab, in dem sich die anfangs ein wenig ungelenk wirkenden beats und zurückhaltenden flächen viel zeit und raum zur entfaltung lassen. erst gegen ende verdichten sie sich zu einer harmonisch pulsierenden klangwolke, die trotz einer massiven bass-infusion ihre verwandschaft zu grössen wie plaid oder boards of canada nicht verleugnen kann.

partikel verdichtet im remix das vorgegebene material zu einem fiebrig schillernden dubmonster, welches mit beunruhigender intensität an tiefe und geschwindigkeit zunimmt. ab und zu wird atem geholt, nur um sich danach noch verführerischer durch  das dickicht aus fieldrecordings und haufenweise effekten zu winden.

korsett zeigen mit diesem release, dass sie über eine menge mut, aber auch ein sicheres ohr für interessante sounds verfügen. man darf sich durchaus darauf freuen, wie sich dies bei den zukünftigen veröffentlichungen bemerkbar machen wird.

01. if it’s you
02. if its you (partikel remix)

demegy
korsett kollektiv

bit-tuner & feldermelder – dope crackers

heute, am 15.04., kommt die neue 7“ von den lieben leuten bei hula honeys offiziell auf den markt. limitiert auf 302 stück, handnummeriert und mit edlem siebdruck-cover bekommt man für nur 7€ ein kleines schmuckstück schweizer musikschaffens.
apropos musik: sie spielt bei aller exklusivität immer noch die hauptrolle. bit-tuner und feldermelder liefern hier nämlich je einen ihrer besten tracks seit langem ab. beide sind im vergleich zum letzten release eher düster, bassig schleichend und mit einem wunderschönen lo-fi-touch versehen. zeitweise erinnern sie von der stimmung her ein wenig an die späten depth charge-sachen – was ich eindeutig als kompliment verstanden wissen will!

schnell kaufen, solange es noch hat!

http://www.hulahoneys.net
http://hulahoneys.bandcamp.com

zur taufe gibts eine ausgedehnte tour durch heimische lande. gestartet wurde sie gestern abend im strichpunkt, luzern:

Do. 14.4.11 @ Strichpunkt, Luzern
Fr. 15.4.11 @ Queen Kong Club, Neuchâtel
Sa. 16.4.11 @ Le Bourg, Lausanne
Fr. 06.5.11 @ Palace, St. Gallen – Record Release Bit-Tuner: „Drome EP“
Do. 19.5.11 @ Rössli, Bern – w/ Alphatronic (Record Release)
Sa. 21.5.11 @ Stall6, Zürich – w/ P-Tess
Do. 26.5.11 @ Bad Bonn Kilbi (Bit-Tuner, Nik! & .Suffix)
Fr. 27.5.11 @ S-hof, Basel
Sa. 28.5.11 @ Bad Bonn Kilbi (Feldermelder w/ Fichtre, Record Release „Henriks Fishing Catapult“)

http://www.bit-tuner.net
http://www.trepok.com
http://www.myspace.com/bittuner
http://www.feldermelder.ch
http://www.spezialmaterial.ch
http://www.myspace.com/feldermelder
http://www.soundcloud.com/nik_panique
http://www.myspace.com/hulahoneys
http://www.suffix.tv
http://www.korsettkollektiv.com
http://www.videokultur.ch