
ltj bukem
phil wild b2b dy-namics
zgroove b2 agent c
rollin john b2b ruftec
k-tank
das hochsympatische und unterdessen gar nicht mehr so kleine indie-festival one of a million geht in die sechste runde und präsentiert 45 live acts an 20 ausgesuchten orten in baden. mit dabei vuurwerk, sophie hunger, anika, girls names und viele andere. tickets gibts hier.
-ous 2015
marcel gschwend alias bit-tuner ist ein vielbeschäftigter mann und experimenten nicht abgeneigt. von einmaligen, improvisierten live-vertonungen animierter gifs am fantoche und gefühlt zehnjährigen residentverpflichtungen im helsinki (immer am letzten dienstag des monats) über sein engagement als bassist bei stahlberger bis hin zu athmosphärischen, drones, beats und field recordings verwebenden touralben und auftritten reicht die spannweite seiner musikalischen tätigkeit in den letzten jahren. dass dabei stupende beherrschung seines equipments und ein ausserordentlich breites soundspektrum zu einem ganz eigenen, von mächtigen beats und dreckigen bässen geprägten sound fusioniert haben, ist ein erfreuliches ergebnis.
-ous dagegen ist ein neues label, in aller stille ausgebrütet von den hula honeys und nun geschlüpft, um sich im spannungsfeld elektronischer musik und avant-garde-pop einen platz zu erkämpfen. bit-tuner, der schon auf dem ersten hula-release vertreten war, lanciert mit seinem unterdessen fünften studioalbum hiermit den start. geplant sind weitere veröffentlichungen von iokoi und feldermelder – auch von ihnen sind auf hula honeys schöne platten links und rechts des dancefloors erschienen.

mit ‚a bit of light‘ kehrt bit-tuner jedoch in das zentrum des tanzbodens zurück, den er seit der ‚brutal funk‚ ep 2013 auf luana eigentlich nur noch live bespielt hat. um so mehr wird die energie und der spass hörbar, der bei der produktion dieser platte freigesetzt wurde und fast sofort auf den zuhörer überspringt. ist das intro noch eine majestätisch-erwartungsfrohe synthhymne, so folgen gleich darauf knochentrockene beats im hiphop-tempo. und beats bleiben es: in der ersten hälfte noch mit angezogener handbremse, aber brodelnder, düster flackernder energie: dubstep hallt nach, aber auch boom-bap-beats und düstere formen aktueller bassmusic. mit ‚twin crystal‘ wird die bandbreite des albums jedoch das erste mal erahnbar: in ein harmlos glitzernden intro drückt sich ein wummernder hooverbass im gleichschritt mit einem gnadenlosen drückenden 4/4-beat und bahnt sich seinen kompromisslosen weg.
auch danach gibt es wieder ruhigere momente, die stimmung heizt sich jedoch ab ‚in the small hours‘ spürbar auf und findet mit ‚wirewalker‘, ‚low church‘ und vor allem ‚megalith‘ zu gefährlich explosiven höhepunkten. hier wird klar, was mit ‚a bit of light‘ angedeutet wird: eine wahrhaft düstere und latent gewaltbereite grundstimmung wird immer wieder von gleissend hellen synthstrahlen und kleinen melodielichtern ergänzt und aufgehellt, jedoch nie ausgeblendet. denn: wo nur ein ‚bit of light‘ existiert, ist die dunkelheit noch immer vorherrschend.

bit-tuner beweist mit diesem werk, dass er die tanzbaren formen der elektronischen musik noch immer ziemlich locker auf dem ärmel schütteln und dabei eine menge spass haben und auch verbreiten kann. nachprüfen kann man dies ab dem heutigen tag, indem man sich das werk am besten gleich kauft, z.b. auf bandcamp. möchte man noch ein bier dazu und den künstler live erleben, dann empfiehlt sich der release-apéro im basler plattfon am 09.12..
blaublaurecords 2015
morgen kommt die fünfte ep von dave eleanor heraus – das ist somit nun schon die zweite auf dem jungen blaublaurecords-label. und wieder gibts wundervolle popmelodien, brilliant produzierte klänge und funkelnde kompositionen. eleanor bleibt also seinem sound, den er mit den vergangenen releases so geduldig und sorgfältig entwickelt hat, grundsätzlich treu, scheut sich jedoch nicht davor, diese entwicklung weiterzuführen und sich so ganz langsam und unauffällig eine eigene nische im elektronischen pop zu schaffen.

der einstieg in die platte zeigt dies schon beinahe exemplarisch – sowohl die entwicklung als auch die richtung, die angestrebt wird: ‚ascension‘ startet mit einer sehr vertraut anmutenden und prägnant eingesetzten melodie, die sich so auch auf der letztjährigen ‚naked + nicotine‚-ep hätte unterbringen lassen. sobald beats und bass einsetzen, ist jedoch klar, dass hier zwar kleine, aber entscheidende entwicklungen vorgenommen wurden: die produktion klingt erdiger und wärmer, die matt glänzende politur der letzten platten wurde grösstenteils entfernt und nur noch punktweise und reduziert eingesetzt – ersetzt wird sie durch eine vielfalt von soundtexturen, die zwischen aufgerauht und flauschig, zwischen glänzend hart und nachgiebiger wärme changieren.
beim zweitplatzierten titeltrack wirken diese entwicklungen schon aufs schönste ausgearbeitet: eine minimale, über den lauf des intros wunderschön modulierte bassline, ein paar minimale pianosprenkel und dann die beats, knatternd und eleanors melancholische stimme perfekt ergänzend. auch das modellieren von hall und raum, nähe und weite wird immer zurückhaltender, aber wirkungsvoller eingesetzt und errinnert gerade in diesem track nicht ganz überraschend an portisheads dummy-album und geoff barrows kombination staubiger samples mit polierter elektronik. dem gegenüber steht der nächste track ‚take two‚ mit der stimme der fantastischen marena whitcher (marena whitchers shady midnight orchestra / eclecta), ein elegisch dahinstolperndes stück perfekt austarierter hoffnungslosigkeit mit wimmernden gittarren, erstaunlich variierten trap-beats und einer steigerung in dichte und athmosphäre, die den abrupten schluss als fast schon willkommenen akt des luftholens deklariert und einen perfekten bruch zu den folgenden zwei instrumentalen tracks darstellt: ‚rise‘ ist ein beatfeuerwerk knatternder drumcomputer mit traurigen melodien und getragenen harmoniumklängen, ’system check‘ bildet den abschluss mit glöckchenläutender horrorfilmathmosphäre und fragmentumwölkten beats, die sich in rauschenden wellen an den massiven, mit dem grund schon fast verwachsenen melodien brechen, sie umspülen und benetzen, jedoch nie überspülen.
dave eleanor hat mit ‚puppet‚ ein hochaktuelles und seinen entwicklungsstand als musiker perfekt dokumentierendes werk abgeliefert, das gerade im zusammenhang mit seinen vorgängern eine wichtige dynamik in der musikproduktion anschaulich macht: das entwickeln und erreichen eines eigenen sounds unter einbezug der produktionstechnik ist ein wertvolles und wichtiges mittel, sich freiräume zu schaffen, in denen experimentiert und ausprobiert werden kann, ohne dass die tracks gleich auseinanderfallen oder sich untereinander beissen. dave eleanor hat sich mit viel geduld und hartnäckigkeit dieser entwicklung verschrieben und wird diese zum anlass des releases auch live präsentieren: die plattentaufe der ep findet morgen, am 3. dezember 2015 im nordflügel der gessnerallee in zürich statt – der eintritt ist gratis!
www.daveeleanor.com
www.soundcloud.com/daveeleanor
www.facebook.com/daveeleanor
im palace in st. gallen steigt heute die albumtaufe des unterdessen fünften bit-tuner-studioalbums, ‚a bit of light‚. erscheinen wird der mächtige soundbrocken am 3. dezember auf -ous, dem neuen, noch kleinen schwesterlabel der hula honeys, das ‚antritt, um musikalische kontexte zwischen elektronika, dekonstruiertem techno und avant-garde pop auszuleuchten.‘
wir sind gespannt!
