hirsch & eigner – stalker / swoop

~ous 2016

mit einer neuen 7″-single erweitert ~ous seinen noch kleinen künstlerkatalog um den deutschen diy-instrumentenbauer und künstler andreas oskar hirsch und den österreichischen schlagzeuger, perkussionist und field-recordings-spezialist richard eigner. das kleine schweizer label verfolgt hiermit konsequent weiter seinen weg, experimentelle, analog und digital neuartig kombinierende musik in kleinen, aber edlen auflagen unters volk zu bringen.

auf beiden tracks spielt oskar hirsch auf einem umgebauten palmblatt, was ungewohnte, an xylophone errinnernde klangbilder ergibt. kombiniert mit richard eigners spielerischen, aber immer sehr klar strukturierten beats entsteht ein luftiger, in aller geräumigkeit spartanisch wirkender sound, der mit kleinsten effekten und verschiebungen wirkung zu schaffen versteht. dies funktioniert vor allem bei „swoop“ sehr gut, wo mit diesen mitteln trotz der kurzen laufzeit eine spannende thrillerathmosphäre voller dynamik erreicht wird.

diese scheint bei „stalker“ leider zu einem grossen teil nicht vorhanden zu sein, was vor allem an der kaum variierten, fast schon simplen melodie liegen mag, die mit dem relativ einfachen rhythmus zwar eine schöne klangliche einheit ergibt, aber kaum eine interessante entwicklung aufweisen kann. die fantastische qualität und fast schon greifbare räumlichkeit der aufnahme kann leider nicht über die fehlende tiefe und komplexität der komposition hinwegtäuschen.

burial – young death / nightmarket

hyperdub 2016

eine weile schon in aller stille aus diversen shops und ab heute ganz plötzlich auch auf bandcamp erhältlich, gehört diese single wohl zu den sehnlichst erwarteten stücken musik dieses jahres. denn abgesehen von einer kollaboration mit zomby war von burial dieses jahr nicht viel zu hören, und auch letztes jahr bliebs abgesehen von einem release auf keysound ziemlich ruhig.

umso höher schlägt das herz schon bei den ersten takten von „young death“, wenn eine durch die mangel gedrehte r’n’b-stimme über knisternder athmosphäre ihr wehklagen anstimmt. man spürt das tiefe pochen der bassdrum mehr, als man sie hört, und wieder kommen vergessene heimwege aus clubnächten hoch, verregnet, wehmütig, begleitet vom tinitus und dem müden nachflimmern der euphorie. burial ist ein meister im beschwören genau dieser stimmung, und das scheinbare zerfallen des tracks in mehrere teile, die zerfahren wirkende hantieren mit ideen, melodien und samples trägt nur dazu bei, sie um eine sanfte portion benebelter paranoia anzureichern.

ähnliche mittel werden auch bei „nightmarket“ eingesetzt, nur mit anderem effekt und klarer sichtbar scheinendem roten faden. dieser wird gebildet durch eine wundervoll subtil modulierte synthlinie, die jedoch durch weissrauschende statikeinbrüche immer wieder durchtrennt und unbeholfen scheinend wieder zusammengeknüpft wird. gegen ende wirken die synths triumphierend, die störgeräusche bäumen sich auf zu kaum erkennbaren beats, dann jedoch verhallen auch diese und die strasse hat dich wieder…

dave eleanor – puppet ep

blaublaurecords 2015

morgen kommt die fünfte ep von dave eleanor heraus – das ist somit nun schon die zweite auf dem jungen blaublaurecords-label. und wieder gibts wundervolle popmelodien, brilliant produzierte klänge und funkelnde kompositionen. eleanor bleibt also seinem sound, den er mit den vergangenen releases so geduldig und sorgfältig entwickelt hat, grundsätzlich treu, scheut sich jedoch nicht davor, diese entwicklung weiterzuführen und sich so ganz langsam und unauffällig eine eigene nische im elektronischen pop zu schaffen.

artworks-000136650234-2b32xh-t500x500

der einstieg in die platte zeigt dies schon beinahe exemplarisch – sowohl die entwicklung als auch die richtung, die angestrebt wird: ‚ascension‘ startet mit einer sehr vertraut anmutenden und prägnant eingesetzten melodie, die sich so auch auf der letztjährigen ‚naked + nicotine‚-ep hätte unterbringen lassen. sobald beats und bass einsetzen, ist jedoch klar, dass hier zwar kleine, aber entscheidende entwicklungen vorgenommen wurden: die produktion klingt erdiger und wärmer, die matt glänzende politur der letzten platten wurde grösstenteils entfernt und nur noch punktweise und reduziert eingesetzt – ersetzt wird sie durch eine vielfalt von soundtexturen, die zwischen aufgerauht und flauschig, zwischen glänzend hart und nachgiebiger wärme changieren.

beim zweitplatzierten titeltrack wirken diese entwicklungen schon aufs schönste ausgearbeitet: eine minimale, über den lauf des intros wunderschön modulierte bassline, ein paar minimale pianosprenkel und dann die beats, knatternd und eleanors melancholische stimme perfekt ergänzend. auch das modellieren von hall und raum, nähe und weite wird immer zurückhaltender, aber wirkungsvoller eingesetzt und errinnert gerade in diesem track nicht ganz überraschend an portisheads dummy-album und geoff barrows kombination staubiger samples mit polierter elektronik. dem gegenüber steht der nächste track ‚take two‚ mit der stimme der fantastischen marena whitcher (marena whitchers shady midnight orchestra / eclecta), ein elegisch dahinstolperndes stück perfekt austarierter hoffnungslosigkeit mit wimmernden gittarren, erstaunlich variierten trap-beats und einer steigerung in dichte und athmosphäre, die den abrupten schluss als fast schon willkommenen akt des luftholens deklariert und einen perfekten bruch zu den folgenden zwei instrumentalen tracks darstellt: ‚rise‘ ist ein beatfeuerwerk knatternder drumcomputer mit traurigen melodien und getragenen harmoniumklängen, ’system check‘ bildet den abschluss mit glöckchenläutender horrorfilmathmosphäre und fragmentumwölkten beats, die sich in rauschenden wellen an den massiven, mit dem grund schon fast verwachsenen melodien brechen, sie umspülen und benetzen, jedoch nie überspülen.

dave eleanor hat mit ‚puppet‚ ein hochaktuelles und seinen entwicklungsstand als musiker perfekt dokumentierendes werk abgeliefert, das gerade im zusammenhang mit seinen vorgängern eine wichtige dynamik in der musikproduktion anschaulich macht: das entwickeln und erreichen eines eigenen sounds unter einbezug der produktionstechnik ist ein wertvolles und wichtiges mittel, sich freiräume zu schaffen, in denen experimentiert und ausprobiert werden kann, ohne dass die tracks gleich auseinanderfallen oder sich untereinander beissen. dave eleanor hat sich mit viel geduld und hartnäckigkeit dieser entwicklung verschrieben und wird diese zum anlass des releases auch live präsentieren: die plattentaufe der ep findet morgen, am 3. dezember 2015 im nordflügel der gessnerallee in zürich statt – der eintritt ist gratis!

www.daveeleanor.com
www.soundcloud.com/daveeleanor
www.facebook.com/daveeleanor

simon berz – cut out

hula honeys 2015

fast ein jahr ist es her, dass die hula honeys zum letztenmal musik veröffentlicht haben. auch wenn in dieser zeit konzerte gerockt und parties geschmissen wurden und weder dem label noch den artists faulheit vorgeworfen werden kann, wurden die schönen platten und musikalischen sammlerstücke doch je länger, desto schmerzlicher vermisst.

nun, es ist zeit zu frohlocken für alle freunde des heimischen musikschaffens und limitierten polyvinylchlorids: simon berzcut out erscheint heute als doppel-7“ mit zwei tracks und 50 1-sekundenloops. der schlagzeuger hat sich in den letzten jahren mit vielen konzerten und perfomances einen festen namen im hiesigen experimental- und improvisationskuchen erspielt und mit der ingeniösen entwicklung seines rocking desks – ein mit hilfe von tonabnehmern, effekten und samplern modifiziertes schlagzeug – sein klangspektrum ins unendliche erweitert. dass dies  funktioniert und live faszinierend und spannend anzuhören ist, hat er in den letzten monaten an diversen auftritten alleine und als fell mit herrn toktek bewiesen.

nun erscheint der erste track ‚cut out‚ mit einem remix von toktek. der drängelnd fordernde bass, die unzähligen details und einsprengsel sowie die unglaubliche bandbreite an sounds und klangfarben demonstrieren sehr schön, was mit berz‘ set up alles mögliche ist: dubbige flächen, wunderschön kontrollierte feedbacks und eine dichte des klangs, die im vergleich zu einem analogen schlagzeug enorm an tiefe und dynamik gewinnt. der track verharrt lange gespannt in lauerstellung, zuckt nur leicht und sehr beherrscht, um in der mitte plötzlich mit einem fein ziselierten und wunderschön variierten midtempobeat loszulegen. natürlich klingt das ganze immer noch sehr perkussiv und rhythmusbetont, aber das möchte man auch ganz und gar nicht missen, im gegenteil!

toktek sortiert und strafft das material, stellt repetition und gliederung der struktur in den vorgrund der komposition. so wirkt der track schneller, vorwärtsdrängender und zeitweise überaus tanzbar. die detailverliebtheit ist immer noch da und mindestens so faszinierend wie im original, aber der track wirkt dichter, konstruierter und somit auch ein wenig konventioneller. was für diesen remix gar nicht so schlecht scheint, macht er doch so das relativ freie material des originals auch eher clubaffinen ohren zugänglich.

dazu gibts 50 1-sekundenloops, die das klangspektrum des rocking desk noch weiter ausbreiten und zur freien verwendung zur verfügung stehen. ausserdem ist jedes einzelne cover der auf 300 stück limitierten single ein unikat: berz betrommelte sie mit seinen in farbe getauchten sticks zur aufnahme seiner loops.

simon berz online
simon berz auf soundcloud

toktek online

fell online

hula honeys online
hula honeys auf bandcamp
hula honeys auf soundcloud

relapse – all is lost

ein bisschen älter (oktober 2014), dieser text. aber eigentlich noch immer aktuell, denn die platte ist fantastisch:

wunderschön, wie jungle in letzter zeit aufblüht! vermehrt hört man wieder dreckige amens und deepe bässe, hart gecuttet und auf den punkt produziert, jungle wars brechen aus und sogar parties finden wieder statt. und das gerade von und mit vielen jungen produzenten, die während der ersten welle gerade geboren wurden oder kaum gehen lernten.

relapse allerdings war da schon etwas älter, hatte 2005 schon seine erste wüste breakcore-ep draussen und produziert unterdessen einen sehr klaren und erwachsenen, deswegen aber nicht weniger energetischen und dynamischen sound. dafür gibts nun einen release auf jungle syndicate mit vier tracks, die selbstbewusst das spannungsfeld zwischen hektischen beats, fernöstlichen melodien und brodelnder subsonischer unruhe besetzen.
‚untitled bounce‘ integriert diese eckpunkte schon fast offensiv und entgeht der kitschfalle – gestellt durch klischierte sitar- und stimmsamples – nur durch fast schon chirurgische präzision im einsatz und der bearbeitung dieser samples und ihrer intensiven verwebung mit den überaus abwechslungsreichen beats. bei ‚donkey‘ ist die stimmung ein wenig wärmer und dunkler, hervorgerufen durch ein reduziertes, sich um den grundton windendes und manchmal gequält zuckendes, verhalltes sample einer violine und tablas, die einen ungewohnten kontrapunkt zum rigiden amen setzen.
‚ery5‘ ist von der stimmung her vergleichbar mit ‚donkey‘, auch die samples scheinen aus ähnlicher quelle zu stammen. trotzdem spürt man, dass hier was anders ist: relapse kollaboriert auf diesem track zum ersten mal mit optimystic, einem jungen dj und producer ebenfalls aus bristol. ihm rechnet man schnell den mastig brummenden hoover-bass an, der den track zwischendurch immer wieder vibrierend in die höhe drückt. dazu wirken die beats flinker und agiler, werden immer wieder durch diverse fills und breaks um die eigene achse gedreht und lassen sich durch die tablas eher unterstützen als ergänzen.
der titeltrack sitzt am ende dieser ep und etabliert dem namen gemäss erst mal eine atmosphäre, die an bedrohlichkeit und hoffnungslosigkeit kaum zu überbieten ist. mit einem harten drop prügeln kurz darauf die beats so gnadenlos auf den eingeschüchterten hörer ein, dass er sich der düsteren aussichtslosigkeit wehrlos ausgeliefert sieht und angesichts der gnadenlosen härte und kalten komplexität fasziniert versucht, das gebotene zu verarbeiten. dass dies nicht ganz einfach ist, hat relapse wohl vorausgesehen und darum immer wieder winzige, schimmernde inseln der ruhe geschaffen, von denen man sich nach einem tiefen atemzug wieder in den mahlstrom kollidierender drums werfen kann.

asic – pentaprism ep & tapa ep & plattentaufe

hula honeys 2014
sub perversion 2014

als debut gleich zwei eps bei zwei verschiedenen labels gleichzeitig herauszubringen, das ist mutig. sagen einige. leichtsinnig sagen andere. doch asic ist kein neuling im land der elektronischen musik: als michaelmusic hat er schon 2007 mit ‚comic‚ eine verdammt gute platte gemacht und unter dem neuen pseudonym spielt er seit jahren landauf, landab unglaublich abwechslungsreiche und einfühlsame livesets. aus solchen livesets, dem in- und auswendigkennen seiner samples und dem verknüpfen, übereinanderlegen und verdichten lange getesteter elemente entstanden auch diese zwei viertracker.

mir den hula honeys hat die ‚pentaprism ep‚ eine fast schon ideale plattform gefunden: der spielerische, dem experimentellen und kantigen gegenüber aufgeschlossene kosmos des labels wird hier im kleinen wunderschön abgebildet. so findet man knochentrockene beats kombiniert mit handgemacht anmutenden harmonien, lose geknüpfte melodiefäden wehen über unruhig rumpelnde bässe und manchmal scheint die labil anmutende struktur eines stücks kurz vor dem auseinanderfallen zu stehen. genrezuweisungen werden hier schwierig, asic nimmt sich was er braucht. trotzdem findet man immer wieder bekannte elemente: zurückgelehnte hiphop-beats in ‚pentaprism‘, juke-reminiszenzen in ‚phonophor‚ oder hämmernder techno in ‚octember‘. allen gemeinsam ist eine räumlich klingende gegenständlichkeit und direktheit, als stehe die platte als liebevoll gearbeitete holzskulptur mit dem hörer/betrachter in einem kleinen zimmer. was als bild vielleicht gar nicht so abwegig ist, wie es scheint: die hulas bieten zum download der ep pdf-files an, auf deren grundlage mit der cnc-fräse eine phyische kopie der platte erstellt werden kann. was liegt näher, als die organisch gewachsenen sounds dieser ep auf einem ebensolchen material gestalt annehmen zu lassen?

mit ‚tapa‘ verflüchtigt sich der eindruck eines beschränkten raumes schnell. der titeltrack breitet schon nach den ersten takten schillernd in die unendlichkeit wabernde flächen über sein gemächlich, aber unermüdlich vorwärtsknirschendes beatgerüst. wunderschöne kleine orgelstabs wirbeln auf und verhallen im gleissenden licht. helle klänge blinken auf, bilden den ansatz einer melodie. und das reicht auch schon für einen wundervoll entspannten und ausserdem neugierig machenden einstieg in die zweite ep des debutdoppelpacks, die heute auf sub_perversion zum freien download erscheint. das weblabel hat bis heute mehrere hörenswerte dubstep-releases und eine hiphop-platte veröffentlicht und findet nun mit asic eine gut passende erweiterung des hauseigenen sounds. dieser klingt – wie auf der pentaprism ep – wunderbar organisch, warm und wie sorgfältig handwerklich nachbearbeitet. im gegensatz zur hula-platte wirkt er hier jedoch weniger hölzern als vielmehr weich, ja fast schon elastisch. die tracks wirken dichter, die strukturen definierter. dies lässt raum für melodien, kleine beatspielereien und interessante wechsel in der dynamik der stücke. insgesamt macht das diese platte wohl zugänglicher und auch ein wenig konventioneller als die hula-ep, aber nicht weniger spannend und nachhaltig.

beide eps werden heute mit viel tanz und trank im zürcher klubi getauft. asic wird ein liveset spielen, unterstützt von d\ruffnik (live), dem labelboss von sub_perversion, nik! (dj) von den hula honeys und tekamolo (dj) aus zürich und tokio. es sollte ein lustiger abend werden und bestimmt eine würdige lancierung eines schönen releases.

der offizielle release der ‚pentaprism ep‘ ist am 25. november 2015.

asic online
asic auf bandcampasic auf facebook
asic auf soundcloud
asic auf twitter

various artists – vandalizm 003 & 004

vandalizm records 2014

das bass vandalizm kollektiv, bestehend aus zenit, faust und raphallus, hatte ich bis vor kurzem nur flüchtig wahrgenommen. der name tauchte in den vergangenen jahren immer wieder auf flyern diverser locations in und um biel auf, wo sie sich als partyorganisatoren mit viel nachdruck einen namen gemacht haben, manchmal entdeckte man einen der drei gründer und djs auf einem line-up in genf oder zürich. diese platte hat das nun geändert, und die hoffnung besteht, dass damit auch die der östliche teil des landes auf die umtriebigen musikliebhaber aufmerksam wird.

der doppel-release vereint tracks dreier künstler – davon mit faust und zenit zwei der gründer von bass vandalizm – und ist somit auch ein statement zur musikalischen positionierung des labels. und die ist abseits vom mainstream, nämlich dort wo sich dubstep, bass music, techno und hiphop zum fröhlichen stelldichein verabreden und sich auch labels wie livity sound oder hessle audio eingerichtet haben. der erste track von faust wirkt dann auch schon fast programmatisch: fragmentierte, in der echokammer gefangene stimmsamples, eine trocken pulsierende bassdrum unter houseaffinen hihats, warme flächen und viel raum, in dem sich bassige dronetupfer verhallen dürfen. gefolgt von king cs ‚dez‘, eine fast schon intim wirkende studie im hiphop-tempo, der in seiner dubbigen entspanntheit stark an kit clayton oder tracks der staedtizism-compilations von poles ~scape-label errinnert – was gern als kompliment verstanden werden darf.

einen schönen gegensatz dazu bildet fausts zweiter track ‚ruins‘ auf dieser zusammenstellung: volle, weich schillernde flächen leiten ein in einen sorgfältig strukturierten, vorwärtsdrückenden beat, dessen begleitung bald von druckvollen, aber leicht wackligen stabs in trancehafter euphorie übernommen wird. diese dürfen sich nach herzenslust melodiös austoben, werden zwischendurch wieder zurückgenommen und schleichen sich darauf wieder langsam durch die hintertür mitten auf den dancefloor. dort treffen sie auf zenits ‚money‘, einem fantastischen stück dubtechno, zu dem gar nicht viel gesagt werden sollte. einfach zurücklehnen und sich von den wundervoll verhallten piano- und synthchords einhüllen lassen sollte genügen.

den abschluss macht ‚frässe‘ von king c, eine genial vertrackte dubstep-versuchsanordnung, in der sich stolpernd-stockende beats und waghalsig schwebende chords gegenseitig umtänzeln. wenn dann in der zweiten hälfte die vor funk triefende leitmelodie einsetzt, wird plötzlich klar, wie sorgfältig und geduldig dieser track aufbaut und wie leicht und selbstverständlich die stimmungen hier wechseln, um am schluss wieder an den ausgangspunkt zurückzukehren.