dusky – 9t8

school 2014

auf ihrer ersten single im neuen jahr kommen dusky ein wenig ab von den melodiösen, oft sehr eingängigen vocal house und garage-hybriden und werfen ein fast schon klassisches, wunderbar monoton wirkendes dj-tool auf den markt. natürlich ist der musikalische gehalt relativ gering und auch innovation wird hier nicht gerade gross geschrieben, dafür bekommt man hier einen hochfunktionellen und sich auf die qualitäten des british techno besinnenden track: gnadenlos pulsierender bass, simple, aber effektive rhythmik, ein monoton kreiselnder vokalschnipsel und zurückhaltend eingesetzte, dadurch jedoch nicht weniger erhebende flächen.

benny ill macht aus dem track eine leicht fiebrige housegeschichte, die mit variation und verschiedenster schichtung der klänge eine viel aussagekräftigere dynamik erreicht als das original. trotzdem wirkt er ruhiger, entspannter und groovt ziemlich gelassen vor sich hin, dabei immer wieder einen kleinen trick aus der tasche ziehend. man täuscht sich nie darüber, dass auch hier mit den wenigen, einfachen elementen des originals gearbeitet wird, freut sich aber über die abwechslung, die damit erreicht werden kann.

01. 9t8
02. 9t8 (benny ill club remix)

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dave eleanor – dangerous

subtrakt 2013

nach der veröffentlichung der zwei eps ‚wait‚ und ‚wake‚ im jahr 2012 und unzähligen live-auftritten hat dave eleanor im november 2013 mit ‚dangerous‘ endlich neue musik nachgelegt. dass diese erst jetzt hier besprochen wird, ist unter anderem auf die kaum zu überbietende schreibfaulheit des rezensenten zurückzuführen und somit sehr bedauerlich. andererseits ist es manchmal ganz angebracht, sich eine weile von einer platte durch den alltag begleiten und die wahrnehmung des werks durch die zeit verändern zu lassen. denn diese ep wächst mit der zeit, sehr sogar!

im vergleich mit ihren vorgängern klingt diese platte nämlich beim ersten durchgang nicht aufsehenerregend oder gar innovativ. im gegenteil: das introvertierte, das eleanor schon zuvor kultiviert hat, wird hier noch stärker betont. die strukturen wurden vereinfacht und ein unaufdringlicher, ausgewogener minimalismus in klangdichte und struktur herrscht vor, der die – noch immer stark von bass music, techno und deep house beeinflussten – tracks domestiziert und wohnzimmertauglich erscheinen lässt. die klänge sind warm und freundlich und erste befürchtungen kommen auf, dass der künstler in die fast schon klassische schweizer produzentenfalle getappt ist: eine soundtechnisch perfektionierte überproduktion, die in gähnende akkustische gemütlichkeit und langeweile mündet.

trotzdem hört man die platte gerne… aber erst mit der zeit versteht man auch, wieso. es ist gerade diese zurückhaltung und weite in den tracks, die das liebevolle und freundliche der sounds zum vorschein bringt. nichts wirkt hier gehetzt, teilweise kommen lücken und pausen vor, die bis zur völligen stille ausgedehnt werden. so werden auch kleinste details hörbar und wichtig wie zum beispiel das kurze, als rhythmischer kontrapunkt gesetzte einatmen in ‚l’enfant‘. ausserdem wird immer klarer, dass eleanor auf einem guten weg ist, seinen eigenen ’sound‘, seine akkustische handschrift zu finden. ein verstärkter einsatz seiner unverzerrten stimme, die warme, hochwertig weiche textur der samples, die simple, aber nie aggressive effektivität der beats deuten darauf hin, dass sich hier jemand in einer ganz privaten umgebung einrichtet und wohlzufühlen beginnt. dieser eindruck zieht sich durch die gesamte platte, verstärkt sich bei songs wie ‚dangerous‘ und ‚maybe‘, deren unverblümter pop-appeal niemals aufgesetzt wirkt, und hält sich auch bei uptempo-tracks wie ‚fogy‘, der sich mit wobbelnden bässen und hocheffektiven halftime-beats für die tanzfläche empfielt. ‚dangerous‘ wurde dann folgerichtig auch die erste singleauskopplung und unter mitarbeit von pascal arnold von roq mit einem clip unterlegt, der die melancholische grundstimmung perfekt bebildert.

‚dangerous‘ als ep zu bezeichnen ist pure tiefstapelei, denn mit sieben voll ausgewachsenen songs und guten 25 minuten laufzeit bewegen wir uns schon in einem bereich des tonträgermarkts, in dem andere ohne zu erröten alben platzieren und dafür auch noch geld verlangen. dass dave eleanor dies auch nach zwei verhältnismässig erfolgreichen eps nicht in betracht zieht, spricht für seine bescheidenheid und lässt zudem auf ein baldiges erscheinen eines ‚richtigen‘ albums hoffen.

01. i’m yours
02. dangerous
03. l’enfant
04. maybe
05. with you
06. fogy
07. here

dave eleanor
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ricky force – celestial/falling

pressin hard records 002

verdammt nochmal, was hab ich auf diese platte gewartet! angekündigt seit monaten und in diversen sets schon zu hören war sie, und ganz am schluss gabs noch eine zusätzliche geduldsprobe, weil bei der pressung irgenwas schief lief. doch sei’s drum, das warten hat sich gelohnt: hier hört man locker die beste jungle-platte  dieser ersten jahreshälfte! mit ‚celestial‘ wird die ideale a-seite geboten: losrollende beats, die immer noch den rave in sich tragen, werden unterlegt mit den abenteuerlichen athmosphären, die an metalheadz in den besten zeiten denken lassen, gefolgt von einem subtilen drop und prasselnden, gnadenlos zum tanzen anfeuernden amens. zwischendurch darf man atem holen – aber nur kurz, dann wird der wahnwitzige reigen wieder aufgenommen, begleitet von verhallten alienchören.

bei ‚falling‘ gehts ein wenig handfester zur sache, was vor allem an den wunderbar erdig produzierten beats liegt. die rollen wie ein hummer, unterlegt von tiefstem subbass. dazu wunderschön verzerrte, durch die echokammer gejagte stimmensamples sowie ab und zu eine sich vorsichtig aufbauende fläche – mehr brauchts eigentlich nicht für einen anständigen track, und der hier ist mehr als anständig!

die 12“ ist leider schon ausverkauft, aber digital kann man die single noch hier erwerben.

01. celestial
02. falling

pressin hard records
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iokoi – growing young

hula honeys 2013

dicke post heute: hula honeys frische 7“ liegt im briefkasten, zusammen mit dem neusten innernoise-tape vom dubbling crack monster aka soult (sehr schön) und gestaltens ‚forever – the new tattoo‚-buch – auch das eine feine und sorgfältig gearbeitete sache. die platte jedoch macht den sinnen besonders freude: verpackt in eine handgenähte und fein bedruckte hülle aus einem schweren, metallisch glänzend beschichteten gewebe ruht die auf transparentes pvc gepresste single in einer psychedelisch bedruckten, handnummerierte falthülle. die gestaltung verweist schon auf den akustischen inhalt der single: minimalistisch in den mitteln, aber liebevoll und geduldig von hand gefertigt. iokois stimme singt drängend und säuselnd vom jüngerwerden, während sich ein von vereinzelten perkussionsfunken akzentuierter synthbasslauf durch die modulationen und filter windet, dass es einem bange werden kann. mehr passiert eigentlich nicht, und trotzdem entsteht so ein  immer wieder flüchtig aufschimmerndes, sommerliches popfragment von eigentümlicher schönheit. ob man es sich auch rückwärts anhören sollte, kann jeder für sich entscheiden.

01. growing young
02. growing gnuoy

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hula honeys

fanu – breakbeat brew ep

lightless digital 2012

fanu mag kaffee sehr, das hat er schon mit seiner letzten ep ‚coffee crazy‘ im juni klargemacht. nun kommt mit ‚breakbeat brew‘ seine zweite ode an das schwarzbittere gebräu heraus, und wenn man sich die platte zum ersten mal durchhört, wird einem schnell klar, dass diese zuneigung nichts an leidenschaft eingebüsst hat – ganz im gegenteil! die breaks sind frenetischer und tighter als je zuvor, die samples und ideen sprudeln nur so über vor experimentierfreude und über die ganze ep ist dem finnischen produzenten eine ansteckende begeisterung für breakbeats und dichte athmosphären anzuhören. diese begeisterung, gepaart mit der gewohnten meisterschaft des langjährigen beatschmieds, ergibt in diesem fall eine unglaublich abwechslungsreiche platte mit fünf tracks, die sich alle in verschiedene richtungen bewegen und trotzdem durch eine überragende produktion und ein perfektes mastering zusammengehalten werden.

gleich am anfang wird schon mal kräftig auf die pauke gehauen und mit ‚about life and death‘ ein energiegeladener dancefloortrack präsentiert, wie er von fanu schon länger nicht mehr zu hören war. spannungsgeladenes intro, bedrohliche athmosphäre… nichts neues eigentlich – bis einem plötzlich die edits um die ohren fliegen und eine dreckige acidline, wie sie squarepusher nicht besser hinbringen würde, das hirn aus dem körper katapultiert. ‚monkey got chocked‘ überrascht mit einem oldschool-intro und perfekt eingesetztem tom waits-sample und die nachfolgenden beats errinnern an alte krust oder dope dragon-platten, als jump-up noch überraschend und aufregend sein durfte. kleine details und breakdowns lassen immer wieder aufhorchen, sax- und flötensamples schwirren vorbei – und dann ist es plötzlich vorbei. aufgefangen wird man von ‚my drumming sucks‘, einem downbeattrack mit stark technoiden einschlägen und dreckigem 303-bass, welcher ab mitte des tracks durch eine zweite, höhergelegte acidline ergänzt und akzentuiert wird. absolut dancefloortauglich und mit grossem potential zum überraschungshit des abends. anschliessend wartet schon eine weitere überraschung: fanu versucht sich in ’slack and roll‘ an einem 2-step-beat, und zwar im stil alter droppin science-stepper! natürlich kann er’s nicht lassen und streut massenhaft fills, breakdowns und kleine verzierungen ein, die dem ganzen seinen persönlichen stempel aufdrücken, aber eigentlich hat er mit diesem track einen überraschend konventionellen und fast schon klassischen drum’n’bass-dancefloor track produziert. diese linie verfolgt auch rescue in seinem remix, nur dass er sein augenmerk noch verstärkt auf die synths, stabs und warmen flächen legt, die beats ein wenig begradigt und den bass beim ersten drop so hart einsetzen lässt, dass wohl jede spätnächtliche crowd nochmals aus dem rausch gerissen wird, um auf den fast schon trancig anmutenden beats in den morgen zu tanzen.

01. about life and death
02. monkey got choked
03. my drumming sucks
04. slack and roll
05. slack and roll (rescue remix)

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hood regulators – good girls ep

korsett kollektiv 2012

frisch ab festplate und und ganz umsonst kommt heute von den luzerner hood regulators aka kackmusikk & leisure options eine neue ep raus. ‚good girls‘ heisst sie und präsentiert einen angenehm entspannten und dennoch sehr tanzbaren umgang mit elementen des hiphop und elektroboogie, miami bass und footwork. thematisch dem schönen geschlecht gewidmet, bewegen sich die tracks im midtempo-bereich und decken das ganze spektrum einer gelungenen clubnacht ab: ‚everybody‚ ist ein unaufgeregter introtrack, der sich mit seinen smoothen vocals und sparsamen beats in jedem warm-up-set daheim fühlt. der titeltrack ‚good girls‚ dagegen ist der klare hit und grandiose dancefloorknaller der platte. die snares und hihats knattern um die wette, ein trancig arpeggiolastiger synth schraubt sich in ekstatische höhen und die bassdrum boomt sich durch das dickicht, dass es eine wahre freude ist. den verträumt-verdrogt-verderbten abschluss bildet ‚i do you‚ mit säuselnden frauenstimmen und weiten flächen, die der party zumindest retrospektiv ein warm schimmerndes finish verleihen und den langen heimweg vom club versüssen.

01. everything
02. good girls (gotta get down with the gangsters)
03. i do you

links:
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global ghetto anthems

dave eleanor – wake ep

subtrakt 2012

keine acht monate nach seinem ersten release veröffentlicht dave eleanor seine zweite ep, wieder auf subtrakt und gratis zum download. ‚wake‘ heisst sie, und diesmal sind es fünf tracks, mit denen das musikalische terrain zwischen dubstep, techno und eigenständigem pop noch weiter und intensiver als zuvor erforscht wird. dabei werden die breiten wege grösstenteils gemieden und lieber intime pfade und versteckte dickichte erkundet. die rhythmik wird vertrackter und vertieft sich immer wieder in den dunklen wissenschaften des dubstep, die detailverliebtheit wird noch stärker ausgeprägt und trotzdem auf den punkt gebracht. und es wird wieder gesungen, die vocals teilweise kaum verständlich und effektgeschwängert, die stimmung melancholisch.

dies ergibt eine sehr persönlich geprägte platte, die vielleicht weniger opulent als erwartet, dafür sehr konzentriert und mutig klingt. der endmix wirkt jetzt offener, die stücke eigenständig und noch selbstbewusster und sicherer als vor einigen monaten. brüche werden bewusst zugelassen, so dass auch ein vergleichsweise geradliniger und tanzbarer track wie ‚upstairs‚ zwischendurch auf endlos verhallten dubflächen kollabieren darf, bevor er sich wieder aufrappelt und geraden schrittes nach hause marschiert. die palette an verwendeten sounds und samples wurde erweitert: man hört nun scharfkantige drums und kühle flächen, aber auch äusserst filigrane töne und fein ziselierte einsprengsel wie auf ‚let me know‚. und ‚big city‚ kann sich sogar ein freundschaftliches nicken zum jungle der 90er erlauben, ohne dass es aus dem rahmen fällt.

2013 soll es ein album geben, und wenn sich die musikalische entwicklung eleanors in diesem tempo fortsetzt, könnte dies eines der highlights des nächsten schweizer musikjahres werden. doch das ist schon weit vorgegriffen, vorher sollte man versuchen, diesen jungen künstler live zu erleben. zum beispiel morgen samstagabend am videostammtisch im royal (baden).

01. let me know
02. stars
03. pursuit
04. upstairs
05. big city

dave eleanor live:
03.11.2012 royal, baden
17.11.2012 merkker, baden
21.11.2012 kiff, aarau
28.12.2012 merkker, baden (dj-set)

dave eleanor
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dave eleanor auf subtrakt

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dave eleanor – wait ep

subtrakt 2012

2012 war bisher ein tolles jahr für den futuristisch-elektronischen untergrund in der schweiz. viele gute und überraschend eigenständige platten kamen heraus, neue künstler – aber auch parties und festivals – feierten erfolge und junge labels wie die hula honeys, lalamusik, korsett oder subtrakt nahmen fahrt auf und gewannen an profil.

auf dem letzteren fällt dave eleanor zur zeit am meisten auf.  er wohnt im aargau, ist ein junger student der musikhochschule und angehender komponist mit banderfahrung und breitgefächerten musikalischen interessen. diese erste ep unter seinem namen heisst ‚wait‚. er wurde damit gleich bei restorm zur  ‚band of the month‚ gekürt, bekam airplay auf drs3 und räumte anschliessend auch noch an der demotape clinic ab. unterdessen hat er greis und knackeboul geremixt und eine reihe erfolgreicher auftritte absolviert. was alles nicht gar icht mehr so erstaunt, wenn man sich die tracks erst einmal zu gemüte führt: selten bekommt man ein so erwachsen, detailverliebt und gleichzeitig sicher klingendes debut zu hören und noch seltener kommt es vor, dass man davon sofort mehr möchte. dave eleanor schafft das mit einer leichtigkeit, die von ihm noch vieles erwarten lässt.

natürlich sind auch einflüsse auszumachen, und nicht zu wenige: deephouse, bass music, (post-)dubstep, techno, trip hop, dub… und immer wieder james blake. davon lässt sich unser künstler jedoch nie zu stark ablenken und erschafft eigenes: wunderschön melancholische popsongs (fragile), deepste dancefloortracks für die frühen morgenstunden (entactogen) oder eine psychedelische reise in die welt der beats und breaks der 90erjahre (fever). dies alles wird zusammengehalten durch einen unglaublich angenehmen, warmen und homogen wirkenden sound. einen einheitlichen mix, wie eleanor es in seinem interview auf dem restorm-blog beschreibt. nur schon, dass ihm dies auch bei einer gratis downloadbaren 4-track-ep nicht egal ist, hebt ihn heraus aus der masse seiner trackverliebten zeitgenossen und lässt im hörer den wunsch nach längeren veröffentlichungen reifen.

01. entactogen
02. fragile
03. escape
04. fever

dave eleanor spielt am 5. november am videostammtisch im royal (baden).

dave eleanor
dave eleanor auf subtrakt
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phucking happyend – bitter sweet remix ep

hula honeys/korsett kollektiv 2012

eine schöne platte ist da entstanden, aus dieser erstmaligen kollaboration dieser zwei relativ jungen schweizer label. man spürt, dass viel leidenschaft und freude an der musik, viel liebe zum detail und spass an der zusammenarbeit in diesem release stecken. eine solide, kartonfarbene hülle und die covergestaltung im siebdruck – auch dies das ergebnis  gemeinsamer kreativer anstrengungen der beiden hausgrafiker pozzo (hula honeys) und amadeus waltenspühl (korsett kollektiv) – vermitteln diesen eindruck auch taktil und visuell.

akkustisch überzeugt die platte durch ihre tadellose produktion und ihren unaufgeregten abwechslungsreichtum, der auf einer remix-ep selten genug zu finden ist. das original von phucking happyend bietet jedoch auch eine sehr dankbare basis, um eigene ideen darüber zu entwickeln: ein aufgeräumter, tanzbarer schnippbeat, klar perlende synths und eine prägnante basslinie sind die sparsam und wirkungsvoll eingesetzten hauptelemente dieses gutgelaunten midtempo-steppers. macht sich in jedem wonky- und bassmusic-set hervorragend!

kackmusikk lebt hier wie schon auf krst03 seine faszination für juke, footwork und den dancefloor ganz allgemein aus: die 808 rollt, dass es eine wahre freude ist, die vocals stottern sich zwar stilgerecht, aber nie nervend ins stammhirn und die subbässe beulen schon bei moderaten lautstärken eine anständige stahltür aus. ein absolut grossartiger spass und garantierter tanzflurfüller.

auf der b-seite gehts gleich weiter mit fetten bässen: nik! wirft seine hula-dubbox an und schenkt uns einen einblick in seine ganz eigene vision von dubtechno: organisch, roh und anfangs schwerfällig schlurfend, dann immer beschwingter und leichtfüssiger. die orgeln gurgeln bekifft und die echos jagen sich gegenseitig durch den blauen rauch… aber irgendwo weit unten zieht der bass stoisch sein ding durch.

somtek haut mit seinem phaser edit in die selbe dubtechno-kerbe, aber heraus kommt etwas ganz anderes: ein elektronisches, unheilvoll heranrollendes bassmonster mit verzerrten kicks, klaustrophobischen echos, mechanischen klickgeräuschen und, nur selten, aus dem nichts heraustropfenden, funkelnden synths. in seiner düsterkeit und drängenden unruhe kann er sich an den besseren muslimgauze- und shackleton-tracks messen.

die platte klingt absolut rund und ausgewogen – bob macc (subvert central) hat ganze arbeit geleistet und dem release mit seiner arbeit den abschliessenden stempel aufgedrückt. zu kaufen gibt es die scheibe ab morgen, dem 25. oktober 2012 sofort, online und hoffenlich auch in einigen plattenläden.

01. bitter sweet
02. bitter sweet – kackmusikk changes everything remix
03. bitter sweet – candy dub by nik!
04. bitter sweet – phaser edit by somtek

korsett kollektiv links:
www.korsettkollektiv.com
store.korsettkollektiv.com
www.facebook.com/korsettkollektiv
www.twitter.com/korsettluzern
www.vimeo.com/korsett

hula honeys links:
www.hulahoneys.net
www.hulahoneys.bandcamp.com
www.facebook.com/HulaHoneysRecords
www.twitter.com/hulahoneys
www.youtube.com/allthehoneys

various artists – colossal heads one

colossal heads 2012

und gleich nochmals ein vielversprechendes neues label, diesmal aus melbourne. gegründet wurde es von rory mcpike, der sich und seine freunde mit dieser überaus sympatischen ep erstmals der öffentlichkeit präsentiert. die sounds bewegen sich meist ziemlich sicher in dem grossen, weiten feld zwischen instrumental hiphop, ambient und sampledelica, lassen sich allerdings auch gerne mal auf einen flirt mit den neusten r’n’b-variationen und funk ein. dabei fallen dem hörer beim ersten durchhören weniger die einzelnen tracks als vielmehr der innere zusammenhalt und meist gemächliche fluss der platte auf.

beim wiederholten anhören können die stücke jedoch ein beträchtliches eigenleben entwickeln: ‚love lock‘ von sean mcpike groovt in derart entspannter kifferlaune dahin, das es nightmares on wax zur ehre gereichen würde,’king charles‘ lässt ein piano auf langen echos langsam durch unendliche hallräume über spärliche klickerbeats schweben und samuels ’sausage dog‘ mündet nach einem kleinmädchenintro und sphärisch-kühl unterorgelten beats in einen absurd verdrehten mutant eines freakwater-samples. dies alles und noch mehr kommt so sympatisch daher, dass man den colossal heads nur gratulieren und auf zahlreiche weitere releases hoffen kann.

01. samuel – tuna fish
02. sean mcpike – love lock
03. minus 1 – reality
04. rory mcpike – king charles
05. samuel – sausage dog
06. deebis – danaca

colossal heads auf bandcamp
colossal heads auf soundcloud
rory mcpike auf soundcloud