From house to garage to trap to hip-hop, these new releases on Bandcamp are a succinct snapshot of halftime drum & bass.
via The Best New Halftime Drum & Bass On Bandcamp — Bandcamp Daily
From house to garage to trap to hip-hop, these new releases on Bandcamp are a succinct snapshot of halftime drum & bass.
via The Best New Halftime Drum & Bass On Bandcamp — Bandcamp Daily
black acre hat gerade einen neuen track von jun kamoda als appetizer auf die für den 2. juni angekündigte neue 12″ auf soundcloud gestellt. rohe drums und ein wilder schwall an samples lassen überaus spassige und tanzbare disco-mutationen des japaners erwarten.
czar of revelations 2017
dass die popkultur der neunziger schon eine ganze weile wieder im schwange ist, dürfte wohl spätestens seit dem eurodance-revival und der wiederaufnahme von akte x auch dem letzten hinterwäldler klar geworden sein. in der schweiz manifestierte sich dieses phänomen bis heute vor allem in 90er-hits-parties und der vermehrten sichtung von zeitgeistinspirierter mode an jungen und bald schon alten menschen – was insofern schade ist, als diese ära gerade abseits vom mainstream besonders spannend und fruchtbar war. skatekultur und alternative lebensentwürfe fanden ihre musikalische enstprechung in hardcore, techno, metal, hiphop, rock und jazz. die daraus beinahe explosionsartig entstehenden spielarten und hybriden prägen bis heute unsere wahrnehmung des musikalischen geschehens: crossover, jungle, triphop, industrial, noise rock und nicht zuletzt grunge sind ausprägungen einer haltung des einerseits furchtlosen, andererseits beherrschten ausprobierens und kombinierens von sounds, produktionsweisen und stimmungen.

diese haltung spürt und hört man auch auf ‚element‚, dem morgen erscheinenden debut von neo noire. die band wurde 2016 von fredy rotter (zatokrev, the leaving, crown) und thomas baumgartner (erotic jesus, gurd, undergod) gegründet, unterstützt von franky kalwies (ex-disgroove) und david burger (ex-slag in cullet). die breite und tiefe der hiermit versammelten musikalischen erfahrung in der schweizer rock- und metalszene ist immens und wird mit einer so hinreissenden spielfreude und nonchalance fusioniert, dass es eine wahre freude ist. erklärte absicht ist ein hybrid aus post-/ psychedelic rock und metal, herausgekommen ist eine der mitreissendsten und unsentimentalsten hommagen und verbeugungen vor dem alternativen rock der 90er jahre. smashing pumpkins und jane’s addiction werden im promotext genannt, aber dies kratzt nicht mal an der oberfläche: dieses album strotzt nur so von anspielungen und reminiszenzen als beinahe jede musikalische grösse, die sich vor einem vierteljahrhundert zwischen rock und metal bewegte. dabei schaffen es die musiker fast immer, spielerisch die balance zwischen subtiler anspielung und frischer eigenständigkeit zu finden – und sich im zweifelsfalle immer für die zweite option zu entscheiden. genau darum macht das anhören dieses werks auch so spass: substanz geht über ästhetik, innovation über konservation, freude über konzept.

dies wird schon in der ersten minute des openers ‚walkers‚, welcher auch gleich die erste single-auskopplung des album stellt, mit einem treibenden bass und sägenden gitarren lautstark proklamiert. der song packt zu, zieht den hörer in einen wirbel vage bekannter stimmungen und lässt über die gesamten sechseinhalb hervorragend komponierten minuten nicht mehr los. soundwände türmen sich auf, fallen ineinander und werden dabei begleitet von einem gesang, der die sich unweigerlich einstellenden stimmungen zwischen melancholisch und vorwärtsrockend melodiös vermitteln kann. ‚save me‚ schliesst fast nahtlos an, ist aber langsamer, brodelnder und bluesiger. auch hier gibts im chor gesungene hooks, meisterhaft hervorgerufene athmosphären und schillernde gitarrensolos. das zackige ’shotgun wedding‘ vereint die schnörkellose gitarrenarbeit von slayer mit den stürmisch-warmen harmonien von i mother earth, bevor ‚home‘ mit psychedelischer langsamkeit die bremse wieder anzieht. schon bei diesem song, noch viel mehr aber bei ‚element‚, wird klar, wieso die band gerade auf die smashing pumpkins verweist: eine virtuosere, eigenständigere und spannendere annäherung an den sound dieser grunge-heroen wird wohl schwierig zu finden sein. was jedoch den abwechslungsreichtum und die ungestüme spielfreude von neo noire angeht, kommt der vergleich mit jane’s addiction der sache wohl doch näher. dabei ist das album absolut auf der höhe der zeit: ein unglaublich versiertes songwriting, das sich die ganze bandbreite der vereinigten kompositorischen erfahrung zunutze macht, und eine produktion, die an klarheit und dynamik ein strahlendes beispiel ist. nur schon die unglaubliche vielfalt und trotzdem punktgenaue einsatz der gitarrenklänge und -effekte, seien sie nun kristallklar perlend oder staubig komprimiert, beeindruckt immer wieder aufs neue, ganz zu schweigen vom gesamtsound, der trotz grosser wandlungsfähigkeit immer erkennbar und eigen bleibt.
somit dürfte klar sein, dass auch für die restlichen und bisher unerwähnten drei songs des knapp einstündigen albums eine unbedingte kaufempfehlung ausgesprochen weren kann. gerade das epische finale ‚infinite secrets‘ dreht nochmals ganz gross auf und bietet mit grossen melodiebögen und weiten gesten, die in furiosen gitarenattacken gipfeln, einen selbstbewussten und fast schon sehnsüchtig nachklingenden abschluss.
ital dred 2017
ganze 55 tracks bietet die neuste compilation des umtriebigen londoner labels ital dred. viele waren schon seit einiger zeit auf soundcloud zu hören, hinzugekommen sind einige zückerchen wie ein zweiter sir hiss-track, ein mjk-refix des ‚blue rizla‚-tracks von wiley und danny weed, ein wunderbar bekiffter gypsy mamba-beat und vieles mehr. die sounds bewegen sich in meist enspanntem tempo auf dem spielfeld aus staubigen hip-hop-beats und polierter electronica, souligen samples und grimy synths und bietet damit eine sehr nette möglichkeit, sich zumindest über den instrumental-beats bereich des weitläufigen ital dred-katalogs einen kleinen überblick zu verschaffen.
die ganze ladung gibts als ’name your price‘-release auf bandcamp.
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gerade hat principe einen doch eher speziellen 3×7″-release der lissaboner crew firma do txiga angekündigt. drei mitglieder der tarraxo-crew (k30, dj ninoo, puto anderson) dürfen je eine 7-inch bespielen und dabei die spielarten des afro-portugiesischen sounds ausloten. gestaltet wird die dreifachplatte wie immer von márcio matos, ab dem 30. juni sollte sie in den läden erhältlich sein.
immer schön zu wissen, dass man mit einer begeisterung nicht alleine ist: el mahdy jr. fantastisches neues platte war gestern album des tages auf dem bandcamp-daily-blog. dies ist völlig berechtigt und macht hoffentlich vielen musikliebhabern mut, sich in seine musikalische welt einzuhören.
überhaupt hat der – sowieso schon ziemlich tolle – blog der grossen mp3-plattform gerade einen unglaublichen lauf: in den letzten tagen wurden die neuen alben von gnod und oxbow gehypt, das jonah levine collective und der iranischen ambient-künstler porya hatami vorgestellt und in den wöchentlichen empfehlungen das actress-album und die mozart-7“ empfohlen. weiter so!
schön soulige premiere auf dem soundcloud-profil von sound transitions, produziert von tom jarmey (uk).
der bassist, produzent, bandleader, komponist und unbremsbare derwisch bill laswell ist schon seit 2014 auf bandcamp präsent und hat immer mal wieder was schönes aus seinem backkatalog gepostet. in diesem jahr sind jedoch alle dämme gebrochen und fast hundert releases wurden unter seinem profil hochgeladen. darunter viele out of print-kostbarkeiten und heute nur noch schwierig auffindbare one-off-projekte, aber auch tolle, wenn auch wenig in vergessenheit geratene erfolge aus dem riesigen praxis- und material-katalog, soloalben von künstlern, die er produziert hat und diverse kollaborationen querbeet durch die musiklandschaft.
ein ganz besonderes schmankerl aus dem jahr 1988 wurde heute der öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht: das unglaubliche album ‚missionaries moving‚ der gettovetts, eines kurzlebigen, mit shockdell und nicky skopelitis ergänzten ablegers von rammelzees unüberschaubar verrückten musikalischem universum. bill laswell war mit skopelitis für die produktion zuständig und kreierte mit den beiden rappern ein album, das vom grossen publikum, das sich gerade erst an ll cool js und run dmcs spartanische samples und aggressiven reimstil gewöhnt hatte, sträflich konsequent ignoriert wurde. was allerdings nicht wirklich überraschen kann, denn die explosive mischung aus kunstrap und progrock, vermengt mit graffiti, afrofuturistischen kostümen, perfomance acts, fetten beats, industrial und galaktisch verschwörerischen lyrics ist auch heute noch schwer zu schlucken. bootsy collins spielt eine wundervollen fuzzbass auf ‚death command‘, und spätestens jetzt wird klar, dass man die gettovetts als die wahren erben des p-funks betrachten muss.
ein schöner teaser fürs neue album, sehr lyrisch und intim klingend, dazu eine spannende, wenn auch ziemlich zurückgebundene rhythmik. leider gibts für das album noch keinen termin…
das sympatisch-eklektische label aus washington dc kündet – leider erst auf februar – eine neue ep vom bisher eher unbekannten dami%suyung an. einen hypnotischen housetrack mit leichtem breakbeat-einschlag gibts schon zu hören, auf den rest darf man gespannt sein.