schönes und ausführliches interview mit einem meiner allerliebsten künstler überhaupt. viel wird übers produzieren gesprochen, ein wenig auch über persönliches und wie es so als radiohead-einheizer war. macht spass, vor allem wenn man sich auf die gleiche generation und musiksozialisierung berufen kann.
conducta bewirbt sein brandneues uk garage-label kiwi records mit einem knapp einstündigen manifesto in form eines mixes, in dem er zeigt, dass das genre über die jahre wenig an frische eingebüsst hat und noch immer junge, hungrige producer hervorbringt, die den sound erweitern und entwickeln. eine mit dreissig tracks ziemlich schnell gemischter blick in die nähere zukunft des labels, dass einiges an frischem wind erwarten lässt.
ink! (~ous, umbo, rhizomfestival) beglückte uns diese woche mit einem seiner eher seltenen, jedoch immer grossartigen und gehaltvollen studiomixes. die tracklist ist reichhaltig, die athmosphäre dicht und abwechslungsreich, die beats knarzen, rumpeln und poltern und techno als definition wird durch alle böden getestet und für gut befunden.
den start ins jahr feiert czar of revelations, neben czar of bullets das zweite labelstandbein des umtriebigen frederyk rotter (zatokrev, neo noire, sommercasino basel), mit einem release, der das alte jahr noch im besten sinne nachklingen lässt. die sechs songs wurden während der letztjährigen sessions zur wilden fuzz charger split-ep (mit den berlinern samavayo) aufgenommen, und zwar in eigenregie im studio des inser schüxenhauses mitten im westschweizer seeland. nicht weniger wild und ungezügelt lässt hier die band ihren psychedelischen bluesrock noch weiter wuchern und demonstriert voller energie und spielfreude, wie weit sie sich seit ihren rozbub-anfängen entwickelt hat.
stilistisch haben manuel bissig (voc, guit), lukas kurmann (bass) und rudy kink (drums) ihren weg definitiv gefunden: hochenergetischer, leidenschaftlicher bluesrock in der langen tradition, die seit jimi hendrix zahllose bands – von led zeppelin und black sabbath über soundgarden und pearl jam bis hin zur spencer blues explosion und clutch – hochgehalten und weitergeführt haben. die selbstbewusstsein, mit der sie sich diesen sound zu eigen gemacht haben und die sicherheit, mit der sie ihn variieren und in eigenständige songs giessen, zeugen davon, wie sehr diese drei musiker rock’n’roll leben und atmen. die bandbreite des albums ist beeindruckend und führt von staubbedeckten, sonnenverbrannten westernzitaten (doomed cowboy) über vorwärtstreibende sumpfrocksongs mit beeindruckender dramaturgie und dynamik wie loner hin zu der kompakten, ab der mitte jedoch psychedelisch ausfransenden melodiebombe paranoid reptiloid. und damit sind wir erst in der hälfte des albums!
mit nowhere to go schliesst ein genialer midtempo-stampfer im geiste soundgardens an, gefolgt von sphere, einem schon fast poppig wirkenden garagerocksong mit tonnenschwerem refrain, hart gespieltem bass und dezent unterstützenden effekten. das wahre meisterwerk dieser platte ist jedoch slave (never ending version), ein dreckiges, sich dauernd wandelndes bluesmonster voller unterschwelliger gewalt und tonnenschwerer riffs. die dramaturgie ist fantastisch, keine sekunde der gut 13 minuten wirkt langweilig oder gesucht. hier spürt man die leidenschaft und den willen, sich ganz dem sound hinzugeben, förmlich aus den boxen quellen. wenn sich die sons of morpheus diese hingabe und freude an der musik bewahren können, darf man mit gutem recht darauf hoffen, dass sich dies – wie auch das unermüdliche touren – bald auch im bekanntheitsgrad dieser band niederschlägt. verdient hätten sie’s auf jeden fall!
wieder mal ein wunderschöner, verträumter track von dave eleanor auf blaublau records. diesmal in deutscher sprache, was das ganze irgendwie noch melancholischer wirken lässt als sonst.
groove, das deutsche magazin für elektronische musik, hat in der neuesten ausgabe seines hochkarätigen podcasts hodge zu gast. der produzent, dj und gesuchte kollaborator aus bristol liefert hier in einer guten stunde eine breite, wundervoll kuratierte und gemixte auswahl seiner ganz individuellen soundpalette: stolperne bassdrums, knatternde perkussion und oft roh wirkende synths verbinden sich zu hochgradig tanzbarem und erstaunlich organisch klingendem techno. einiges an unreleastem material wird gespielt und auch seine stammlabels berceuse heroique und livity sound sind gut vertreten und werden perfekt ergänzt von veröffentlichungen aus dem bristoler labeldunstkreis.