der bandcamp-blog erweist sich mal wieder als essentielle plattform, um in eher unbekannten stilen und weltgegenden musikalisch à jour zu bleiben. diesmal gehts um die hiplife-kultur der neuen generation und das grossartige akwaaba-label aus accra.
im dezember 2017 startete das schweizer label hummus mit emilie zoés ‚leaving san francisco‚ eine reihe liebevoll gestalteter 7“-singles, benannt nach einer weiteren paste aus der arabischen küche. die aufnahmen sind live und roh, ab und zu mit digitalen overdubs abgeschmeckt, und kommen aus den talentierten und umtriebigen händen von labelboss louis jucker.
gestern wurde diese reihe nun fulminant fortgesetzt, und zwar mit gleich zwei singles: dezember (tahini single 002) hat prune carmen diaz an den vocals, pascal lopinat an den drums und gitarren, louis jucker am bass und nathan baumann an den keys. diese band hat einen wunderbar organischen klang, der mit konzentration und reduktion auf repetitive sturheit und psychedelische flächen eine ganz eigene, hypnotische stimmung entstehen lässt. prune carmen diaz stimme ist dazu die ideale ergänzung und zieht den hörer tief in ihren bann.
die zweite single kommt von nathan baumann himself, komplettiert nur durch ana carla maza am violoncello für den ersten song: eine wunderschön ergreifende pianoballade mit herzzerreissender melodie. auch der zweite titel nutzt das klavier als tonangebendes instrument, ist jedoch in seiner staubigen reduziertheit viel näher und intimer beim hörer, der sich je länger je mehr in der athmosphäre kleinster nebengeräusche verliert.
gerade in den letzten tagen wurden wieder ein paar spannende releases angekündigt, auf die ich mich freue und die auch anderen den herbst vergolden könnten.
vom grossartigen hessle audio-label gibts am 26. oktober endlich wieder mal ein album – das erste seit pangaeas ‚in drum play‚ von 2016! produziert wurde es von bruce, der in den letzten vier jahren seit seinem ersten release eine ganz eigene perspektive auf die englische clubmusik und damit auch einen unverkennbaren, rhythmuslastigen sound entwickelt hat. ‚sonder somatic‚, so der name des albums, soll grösstenteils clubtauglich werden – und auch der vorab-track aeon lässt innovativ-tanzbares erwarten.
auch das schweizer house-duo adriatique hat nach jahren aktiven musikschaffens endlich ein debutalbum in der pipeline, das am 26. oktober herauskommen soll – allerdings auf dem tale of us-label afterlife. den titeltrack ’nude‘ gibts auch hier schon zu hören, und mit delhia de france und jono mccleery gibts zwei features, die aufhorchen lassen.
dann noch frohe nachrichten von bakground, der sich innerhalb weniger monate tief in mein herz gespielt und auch sonst gerade einen ziemlichen lauf hat: auf lobster theremin gibts am 19. oktober mit ‚clubjammerz‚ fünf hochenergetischen jungle- und dnb-tracks mit massig subbass und gecutteten breaks.
und zum schluss, ganz frisch, die ankündigung von nervous horizon, dass es am 9. november ein neues tsvi-album gibt. seinem stark rhythmusbasierten stil treu bleibend, versucht er hier, religiöse einflüsse seines elternhauses mit der rolle, die musik in der spirituellen philosophie der sufis einnimmt, und einflüssen der grossen arabischen perkussionisten zu verbinden.
om unit steigt mal wieder in seine spendierhosen und bietet einen track zum download dar, der sich tief in seine drum’n’bass-ursprünge vergräbt und mit wunderbar warmem bass und knatternden echos auf dem halfstep-beat den hörer auf die tanzfläche zieht.
der heutige comfortnoise podcast wurde von xeed gemixt und bewegt sich für einmal im etwas schnelleren halfstep jungle. dark, bassgetränkt und sehr tanzbar brodelt diese mischung für eine stunde auf und ab.
shiken hanzo mit bohrt sich mit seiner neuen ep auf hojo clan tiefer und tiefer in seinen düster technoiden halfstepsound und nimmt dabei den hörer mit auf den trip durch klaustrophobische basswelten und dunkelste echokammern. ein unglaublich intensiver release, packend in seiner beherrschten aggressivität.