om unit ist mahakala

jim coles aka om unit hat sich mit mahakala ein neues alias zugelegt, unter dem er seiner begeisterung für zeitgemäss produzierten jungle vollen lauf lassen kann. natürlich gehört dazu auch gleich ein release, und um die neugeburt gebührend zu feiern, gibt es eine auf 300 stück limitierte, goldgestempelte 12 inch mit logo in der auslaufrille.

schon anhören kann man sich the exodus, einen faszinierend detailverliebten amen-track voller winziger edits und überraschend abwechslungsreichen athmosphären, der sich in jedem metalheadz-set nicht zu schämen bräuchte.

ricky force – the touch/what to do

pressin hard records 2018

ziemlich unverhofft vor einer woche angekündigt, nun auch wirklich draussen: die dritte platte auf richard tuckers – alias ricky force – privatlabel pressin hard records ist das erste lebenszeichen dieses outlets seit fast fünf jahren. die platte war schon zackig ausverkauft, aber auch digital machen die beiden oldschool-jungletracks richtig was her.

die a-seite gehört ‚the touch‘, einem wundervoll ätherischen stück ambient jungle mit weichen, warmen bässen und liebevoll ziselierten snares. die abstrahierten vogelschreie und athmosphärisch hallenden stimmen lassen wehmütige erinnerungen an ltj bukems beste zeiten aufkommen und werfen sofort ein durch kristallklare flächen gebrochenes kopfkino an. mit viel raum und perfekt produziert schliesst dieser track nahtlos an den anspruch des labels an, die goldene äre des jungle mit den neusten produktionsmethoden aufleben zu lassen.

 

auch ‚what to do‘ startet mit warmen flächen und viel athmosphäre, wirkt jedoch schon zu beginn viel dramatischer und erzeugt mit hihat und frauenstimme atemlose spannung, die schon bald brutal und schlagartig aufgelöst wird durch den wirbel druckvollst produzierter amens. es ist immer wieder schön zu hören, wie dieser beat aufs neue zerhackt und neu zusammengesetzt wird, und auch wenn ricky force sich hier zum grossen teil an sehr erprobte muster hält, findet er immer wieder einen weg, den track frisch und und den tänzer bei der sache zu halten. vor allem die als emotionale farbtupfer gesetzten samples weiblichen gesangs verleihen der leicht gehetzt wirkenden atemlosigkeit der drums eine persönliche note.

 

beide seiten der platte wirken ein wenig zu kurz, und somit bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wieder fünf jahre dauert bis zum nächsten nostalgieschub rickys!

pressin hard records
ricky force auf soundcloud

proc fiscal – hello boss

cosmic bridge 2018

cosmic bridge startet 2018 mit einer hochenergetischen ep voller frischer ideen und frecher einfälle. proc fiskal ist der künstlername des 21-jährigen joe powers, ein edinburgher, der schon früh durch youtube den verführungen und lockungen des uk hardcore continuums erlag. indem er diese einflüsse destillierte und auf 160 bpm herunterkochte, erreichte er schnell interessierte hörer und wurde bald auch von veteranen wie dem grime-dj spooky im radio gespielt. bald darauf gabs eine ep bei hyperdub, auf der grime mit erstaunlichen resultaten auf jungle-geschwindigkeit gedopt wurde. all dies scheint die aufmerksamkeit des cosmic-bridge-labelchefs, om unit aka jim coles, erregt zu haben und führte schliesslich zu ‚hello boss‘, auf der proc fiskal in den dunklen ecken zwischen garage, grime und ragga jungle herumstochert.

man spürt schnell: die tracks auf ‚hello boss‘ wurden für djs produziert: energievoll, vielseitig und hochgradig tanzbar. mit ‚a fragrance‘ wird gleich in die vollen gegriffen: eine unglaublich frisch und gleichzeitig nostalgisch klingende kombination aus mitte-90er-jungle und uk garage mit supertight gecutteten breakbeats, satt klickenden snares und einer fiesen bassline – klingt fast, wie wenn sich potential badboy und 2 smooth für einen tag im studio eingeschlossen hätten. ‚hello boss‘ nimmt seine hauptsamples aus einem bollywoodstreifen und lässt drums und bassline gegeneinander antreten, miteinander tanzen und beide ihre stärken voll ausspielen. das ganze wirkt überraschend dicht und ist trotz seiner luftigkeit und teilweise spartanischen ausstattung ein unglaublicher knaller auf dem floor.

auf ‚who can’t hear‘ beweist, dass der junge künstler seine youtube-jungle-lektionen intensiv und leidenschaftlich verinnerlicht hat: ein fast schon klassischer ambient-roller früher bukemscher prägung, die ecken gebrochen und kanten geschliffen mit der hochmodernen produktion und ergänzt mit wunderschön sanften flächen und einer handvoll samples, die jedem junglist vor freude die tränen in die augen treibt. den abschluss macht ‚window cat‘ mit schnappatmenden grime-beats und einer eiskalten bassline, die einem die luft aus den lungen drückt.

‚hello boss‘ passt unglaublich gut zu cosmic bridge – das sich genau den winkeln und ecken verschrieben hat, die sich bei 160bpm zwischen den verschiedenen strängen des hardcore continuum auftun – und zeigt mit einer fantastischen leichtigkeit und selbstverständlichkeit, wohin die reise führen kann, wenn man seinen geist offen hält.

etch – dj-set at keep hush 003

nachdem keep hush vor zwei wochen schon sullys fantastisches dj-set vom august geteilt haben, wurde nun auch das nicht minder geniale, noch abwechslungsreichere set von etch der öffentlichkeit zugänglich gemacht. hiphop, footwork, jungle und viel bass werden hier zu einem schweisstreibenden und 83-minuten-workout vereinigt, der einfach glücklich macht.

hier noch das erwähnte sully-set: